Rhodesian Ridgeback

FCI-Gruppe
Gruppe 6 Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 3 Verwandte Rassen, ohne Arbeitsprüfung
FCI-Standard
Nr. 146, Fassung vom 15. Mai 2025
Ursprungsland
Südliches Afrika, Simbabwe und Südafrika
Ursprüngliche Verwendung
Großwild, vor allem Löwen, aufspüren und am Stand halten, bis der Jäger kommt
Heutige Verwendung
Wachhund und Familienhund, in vielen Ländern noch zur Jagd
Format
Großer, ausgewogener Laufhund, muskulös und wendig, ohne Neigung zur Massigkeit
Widerristhöhe (FCI-Standard)
Rüden 63 bis 69 cm, Hündinnen 61 bis 66 cm
Gewicht (FCI-Standard)
Rüden 36,5 kg, Hündinnen 32 kg
Fell und Fellpflege
Kurz, dicht, glatt und glänzend, genügsam in der Pflege
Typische Merkmale
Ridge mit zwei Wirbeln auf dem Rücken, hell bis rot weizenfarben, schwarze oder braune Nase
Lebenserwartung
Rund 12 Jahre im Median
Gesundheit im Blick
Dermoid-Sinus, Schilddrüse, Knochenkrebs, Haut und Ohren, degenerative Myelopathie
Rotweizenfarbener Rhodesian Ridgeback im Kopfbild, Seitenansicht, Blick schräg nach oben, braunes Lederhalsband, dahinter grünes Laub

Das erwartet dich

  • Warum der Ridgeback nie ein Löwenjäger war und was er mit dem Löwen tatsächlich tat
  • Was Reisende zwischen 1719 und 1893 über die Hunde am Kap und in den Jagdgebieten schrieben und worüber sie schweigen
  • Ob der Ridgeback gefährlich ist und warum er in Bayern zehn Jahre auf einer Liste stand
  • Wie das Merkmal, das der Rasse den Namen gibt, mit einer angeborenen Fehlbildung zusammenhängt
  • Was geschieht, wenn er etwas gefunden hat und nicht zurückkommt

Film

Ein erster Blick auf den Hund mit dem Streifen auf dem Rücken, bevor es um Löwen und Legenden geht.

Schwarzweiße Zeichnung: ein Löwe mit dunkler Mähne steht vor dichtem Busch, vier Hunde halten Abstand und sehen ihn an, zwei davon bellend

Abb.: „Just within the bush the dogs again brought him to bay alongside a large ant-hill, and I galloped round in front of him.“, aus: Frederick Courteney Selous, „Travel and Adventure in South-East Africa“, Rowland Ward, London 1893 (Gemeinfrei). In eigener Übersetzung: Gleich hinter dem Busch stellten ihn die Hunde erneut, neben einem großen Ameisenhügel, und ich galoppierte um ihn herum vor ihn. Zeichnung von G. E. Lodge. Die Hunde sind keine Ridgebacks, die Rasse gab es noch nicht.

Material zum Reel: @meidog_hundetraining

Kurzbeschreibung

Der Rhodesian Ridgeback stammt aus dem südlichen Afrika, wo er Großwild aufspürte und stellte, und wurde im heutigen Simbabwe als Rasse festgeschrieben. Rüden erreichen 63 bis 69 cm Widerristhöhe bei 36,5 kg, Hündinnen 61 bis 66 cm bei 32 kg, und die Lebenserwartung liegt im Median bei rund 12 Jahren. Sein kurzes, dichtes Haar glänzt hell bis rot weizenfarben, und über den Rücken läuft ein Streifen, dessen Haare gegen den Strich wachsen: der Ridge, der der Rasse den Namen gibt. Im Wesen ist er würdevoll, Fremden gegenüber zurückhaltend und selbständig. Mit dem Ridge ist die Anlage zu einer angeborenen Fehlbildung der Haut verbunden, dem Dermoid-Sinus.

Die Entstehung der Rasse

In den Rassebüchern beginnt die Geschichte des Ridgebacks mit Löwen, einem Missionar und zwei Hündinnen. Die alten Quellen erzählen sie nüchterner. Schon Peter Kolb beschreibt am Kap der Guten Hoffnung Hunde, die „anfänglich in dem Lande schon gewesen“ seien und den Khoikhoi bei der Jagd und beim Vieh dienten; die Europäer, schreibt er, gebrauchten sie inzwischen täglich mit ihnen (Kolb, Caput Bonae Spei hodiernum, 1719, S. 152). Aus diesem Nebeneinander einheimischer und mitgebrachter Hunde leitet der Standard die Rasse bis heute her.

Einen Streifen auf dem Rücken erwähnt Kolb nicht, und auch die Jäger, die im 19. Jahrhundert mit ganzen Meuten durch das Land zogen, beschreiben keinen; sie nennen ihre Hunde selbst Mischlinge, eine bunt zusammengewürfelte Meute. Was die Rassebücher darüber hinaus erzählen, ist Überlieferung. Nach der Darstellung des südafrikanischen Hundeverbands brachte ein Missionar zwei rauhaarige Hündinnen nach Bulawayo, und der Jäger Cornelis van Rooyen verpaarte sie mit seiner Löwenmeute; daraus sei der Ridge entstanden. Den Jäger hat es gegeben: Der Großwildjäger Frederick Courteney Selous war mit ihm unterwegs, nennt ihre gemeinsame Meute erstklassig und erwähnt einen Deerhound-Mischling, den van Rooyen um keinen Preis hergegeben hätte (Selous, Travel and Adventure in South-East Africa, 1893, S. 184 und 191). Von Hündinnen eines Missionars und von einer Zucht schreibt er kein Wort.

Das nach vorn gedrehte Haar auf dem Rückgrat taucht erst bei einem Historiker auf, der im Nachhinein zusammenfasst, was frühe Berichte über die Hunde der Khoikhoi sagen: „the hair on his spine being turned forward“, das Haar auf seinem Rückgrat nach vorn gedreht (Theal, Ethnography and Condition of South Africa, 1919, S. 97, eigene Übersetzung).

Zur Rasse wurde der Ridgeback 1922 in Bulawayo, im damaligen Rhodesien, als dort ein erster Standard aufgeschrieben wurde, nach dem Vorbild des Dalmatiners. Der südafrikanische Verband erkannte ihn wenige Jahre später an, die FCI erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung

Im englischen Standard heißt der Ridgeback bis heute auch „Lion Dog“, Löwenhund, und der Name hat die Vorstellung genährt, er habe Löwen gejagt. Der Standard selbst beschreibt etwas anderes: Großwild, vor allem Löwen, aufzuspüren und am Stand zu halten, bis der Jäger herangekommen war, meist zu zweit oder zu dritt. Stellen, nicht packen.

Die Reiseberichte zeigen, warum. Wer zu nahe heranging, bezahlte dafür: Ein Reisender sah zwei Hunde, die den Löwen zu packen schienen, nach einem einzigen Prankenschlag tot liegen (Burchell, Travels in the Interior of Southern Africa, Band 2, 1824, S. 191 bis 192). Die Hunde, die Abstand hielten, holten den Löwen aus der Deckung und brachten ihn zum Stehen, „giving the hunter plenty of time for a good deliberate shot“, sodass der Jäger Zeit für einen ruhigen Schuss hatte (Livingstone, Missionary Travels, 1857, S. 140, eigene Übersetzung). Bei Selous steht die Meute bellend rings um den Löwen, gebissen wird er erst, als er tödlich getroffen am Boden sitzt (Selous, 1893, S. 133 bis 134). Am Löwen war Abstand die Bedingung, um zu überleben.

Heute wird der Ridgeback hierzulande jagdlich vor allem nach dem Schuss geführt, auf der Schweißfährte am Riemen. Am wehrhaften Wild prüft einer der drei Zuchtvereine im VDH nur, ob er Laut gibt; als stärkste Form beschreibt die Prüfungsordnung einen Hund, der die zurückweichende Sau bedrängt und ihrem Scheinangriff ausweicht (Vereinsangabe). Vom Packen ist nicht die Rede.

Was diese Rasse heute prägt

Aus dieser Arbeit stammt eine Anlage, die man einem großen, kräftigen Hund nicht ansieht. Er sucht selbst, und wenn er gefunden hat, bleibt er davor, gibt Laut und hält Abstand, bis sein Mensch da ist. Die jagdliche Prüfungsordnung dieses Vereins, des Club ELSA, nennt das eine Wildschärfe, „die mit kluger Vorsicht gepaart ist“ (Vereinsangabe).

Die Selbständigkeit zeigt sich auch dort, wo kein Wild ist. In der schwedischen Wesensbeschreibung von 621 Ridgebacks spielen die meisten gern mit dem eigenen Spielzeug und kaum mit dem Menschen, der sie führt, und Futter suchen sie lieber allein, statt Hilfe zu holen (Vereinsangabe). Der Standard nennt ihn würdevoll, intelligent und Fremden gegenüber zurückhaltend. Wie das am eigenen Grundstück aussieht, beschreibt die finnische Zuchtstrategie: Er bewacht sein Revier stark, aber überwiegend bellend und manchmal, indem er einen Eindringling stellt, ohne zuzupacken (Vereinsangabe, eigene Übersetzung). Es ist dasselbe Muster wie beim Löwen, nur an einer anderen Grenze. Dass Bellen an der Grenze zunächst eine Meldung ist und keine Aggression, behandelt das Sachthema Wachverhalten.

Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben

Ist der Ridgeback gefährlich? Die Frage hat eine Vorgeschichte. In Bayern stand er von 1992 an auf der Liste der Rassen, bei denen die Eigenschaft als Kampfhund vermutet wurde, solange der Halter nicht das Gegenteil nachwies. Zum 1. November 2002 wurde er gestrichen, nach Angaben des Innenministeriums, weil Sachverständige ihn mehrfach geprüft und nicht als gesteigert aggressiv befunden hatten. Heute führen ihn weder das Bundesrecht noch die bayerische Verordnung; in Nordrhein-Westfalen gilt er wie jeder Hund seiner Größe als großer Hund mit eigenen Halterpflichten. In Vorarlberg dagegen braucht man für einen Ridgeback bis heute eine behördliche Bewilligung.

Was die Zuchtvereine beschreiben, passt zu dieser Streichung. Aggression gegen Menschen nennt die finnische Zuchtstrategie sehr selten, gegen andere Hunde komme sie vor. In der schwedischen Wesensbeschreibung droht kaum ein Ridgeback einer freundlichen fremden Person; bei einer Person, die sich ihm nähert, gehen die Reaktionen dagegen weit auseinander (Vereinsangaben). Den furchtlosen Löwenhund, den der Name verspricht, findet man dabei oft nicht. In Schweden fällt die Rasse auf, weil viele Hunde bei einer Überraschung deutlich zurückweichen und Zeit brauchen, bis sie sich wieder fangen, und in Finnland zeigten 18 Prozent der beschriebenen Hunde Angst vor dem Schuss, ein Trend, den der Verein besorgniserregend nennt (Vereinsangabe).

Geduld braucht es ohnehin: Der VDH rechnet damit, dass ein Ridgeback oft erst mit zwei bis drei Jahren körperlich und psychisch ausgereift ist.

Anforderungen, die diese Rasse stellt

Ein Ridgeback lebt mit seinen Menschen im Haus. Die Haltung im Zwinger schließt die Zuchtordnung des Rhodesian Ridgeback Club Deutschland für seine Züchter aus, weil der Ridgeback aus rassespezifischen Gründen dafür nicht geeignet sei (Vereinsangabe). Auch der Garten ersetzt das nicht: Wer draußen allein bleibt, während die Familie drinnen ist, bewacht den Zaun auf eigene Faust.

Frei laufen lassen kann man ihn nicht überall. Der finnische Zuchtverein hält fest, dass das nicht in jeder Lage bedenkenlos geht (Vereinsangabe); in wildreichem Gelände heißt das oft über lange Zeit Sicherheitsleine.

Für die Zeit ohne Jagd braucht er eine Arbeit, die seine Nase fordert und an einem Fund endet, bei dem sein Mensch dabei ist. Die Personensuche greift genau das auf: das selbständige Suchen und das Anzeigen am Ziel, das er von seiner Herkunft mitbringt.

Gesundheit im Blick

Das zentrale Gesundheitsthema ist der Dermoid-Sinus, eine angeborene röhrenförmige Einstülpung der Haut am Rücken, die bis in den Wirbelkanal reichen kann. Er hängt mit dem Ridge zusammen und steht deshalb unter „Zur Qualzuchtfrage“.

Mit rund 12 Jahren im Median lebt der Ridgeback so lange wie große Rassehunde im Schnitt und so lange wie die Mischlinge derselben Auswertung. Häufiger als bei anderen Hunden wird eine Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt. Für Knochenkrebs ist das Risiko nach einer britischen Studie deutlich erhöht, auch wenn die Krankheit bei Hunden insgesamt selten ist. Im Alltag stehen Haut, Ohren und Allergien im Vordergrund. Für drei erbliche Erkrankungen gibt es Gentests: die degenerative Myelopathie, eine fortschreitende Lähmung der Hinterhand bei älteren Hunden, eine Epilepsie des Junghundes mit Muskelzuckungen vor allem in der Ruhe und eine Taubheit, die im ersten oder zweiten Lebensjahr einsetzt.

Zur Qualzuchtfrage

Was Qualzucht rechtlich bedeutet und welche Rolle das Gutachten von 1999 spielt, steht im Sachthema Qualzucht.

Der Standard nennt den Ridge das „Wappenzeichen der Rasse“ und verlangt ihn genau: klar abgegrenzt, symmetrisch, mit nur zwei gleich geformten, einander gegenüberliegenden Wirbeln. Seit der Fassung vom Mai 2025 sind nicht korrekte Wirbel ein Fehler und ein Hund ohne Ridge ist disqualifiziert. In der Fassung von 1996 stand beides nicht.

Im Gutachten kommt der Ridgeback vor, aber nicht wegen des Ridge. Es nennt Dermoidzysten, „Hauteinstülpungen am Rücken, die bis in den Wirbelkanal hineinreichen können“, und empfiehlt ein „Zuchtverbot für Tiere […], die mit Dermoidzysten behaftet sind“ (Qualzuchtgutachten, 1999, S. 20). Auch die Merkmalsliste des VDH vom Februar 2026, nach der Hunde von seinen Veranstaltungen ausgeschlossen werden, führt Dermoid-Zysten auf und den Ridge nicht. Als Qualzuchtmerkmal genannt ist also der Dermoid-Sinus, nicht der Ridge.

Umstritten ist, wie eng das gewollte Merkmal und das Risiko zusammenhängen. Eine Arbeitsgruppe in Uppsala hat die Ursache des Ridge gefunden, eine Verdopplung eines Abschnitts im Erbgut, und sieht das Hauptrisiko bei Hunden, die ihn von beiden Eltern geerbt haben; ridgelose Hunde galten dort als frei. Eine Auswertung deutscher Zuchtbücher aus Hannover fand dagegen zwei ridgelose Welpen mit Dermoid-Sinus und hält den Ridge nicht für den bestimmenden Faktor. Für zwei andere Genmarker gibt es seit 2025 einen Risikotest. Wie gut er vorhersagt, ist nicht veröffentlicht.

Auch ohne Krankheit hat die Zucht auf den Ridge Folgen. In Finnland waren 21,2 Prozent der Welpen eines Jahrzehnts ridgelos oder hatten einen Ridgefehler, in Schweden rund 9 Prozent ridgelos und weitere 14 Prozent fehlerhaft (Vereinsangaben). Die Vereine gehen damit verschieden um. Von den drei Zuchtordnungen im VDH schließt eine ridgelose Hunde ausdrücklich aus und untersagt, einen Wurf mit ridgelosen Welpen zu wiederholen; die beiden anderen nennen die Ridgelosigkeit nicht eigens. In Finnland ist 2021 ein erster Wurf aus einer ridgelosen Hündin gefallen, und ridgefehlerhafte Welpen werden dort als Familienhunde abgegeben. In Schweden sollen ridgelose Hunde nach der Zuchtstrategie von 2018 nicht in die Zucht.

Nicht standardgemäß ist auch „blue“. Der Standard kennt nur hell bis rot weizenfarben. Die Farbverdünnung kommt in der Rasse selten vor und wird rezessiv vererbt; zwei der drei deutschen Zuchtvereine verlangen den Gentest, einer schließt Hunde mit doppelter Anlage aus. Haarausfall durch Farbverdünnung ist beim Ridgeback nicht beschrieben.

↓ Die genauen Zahlen und die Belege dazu stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“.

Zahlen und Studien zur Gesundheit

Lebenserwartung. Die größte Überlebensanalyse britischer Hunde führt 2108 lebende und 883 verstorbene Ridgebacks. Ihr medianes Überleben beträgt 12 Jahre, Konfidenzintervall 11,9 bis 12,2. Gegenüber den Mischlingen derselben Arbeit, die ebenfalls bei 12 Jahren liegen, ergibt sich eine Hazard Ratio von 1 (0,94 bis 1,07), also kein Unterschied. Große Rassehunde kommen dort auf 11,9 Jahre, alle Rassehunde zusammen auf 12,7. Erhoben wurde an britischen Hunden.[1]

Dermoid-Sinus, Häufigkeit. Eine Auswertung von 12.700 Welpen aus 1.622 Würfen, geboren 2001 bis 2019 in Deutschland, ergab bei 2,53 Prozent einen Dermoid-Sinus, mit sinkender Tendenz um 0,099 Prozentpunkte je Geburtsjahr.[2] Der schwedische Rasseklub nennt für 2018 bis 2022 im Mittel 3 Prozent der Welpen, verteilt auf 17 Prozent der Würfe.[3] Für Schweden 1990 bis 2001 lag die Schätzung noch bei 8 bis 10 Prozent.[4] Alle drei Zahlen beruhen auf Meldungen der Züchter.

Ridge und Dermoid-Sinus, Genetik. Der Ridge wird dominant vererbt; den Anteil ridgeloser Welpen in Schweden schätzte dieselbe Gruppe 2006 auf 5,6 Prozent.[5] Nach der Uppsala-Gruppe waren rund 87 Prozent von 15 erkrankten Ridgebacks reinerbig für die Ridge-Verdopplung, dagegen rund 66 Prozent von 29 gesunden mischerbig.[6] Die deutsche Auswertung fand in 46 Würfen mit ridgelosen Welpen zwei ridgelose mit Dermoid-Sinus, schätzt die Erblichkeit auf 0,78 und die genetische Korrelation mit der Ridgelosigkeit auf −0,11.[2] Ein Test auf die Zahl der Ridge-Kopien ist an acht Hunden geprüft.[7]

Schilddrüse. In britischen Tierarztdaten wurde bei 19 von 1.425 Ridgebacks, 1,33 Prozent, eine Unterfunktion diagnostiziert. Nach Bereinigung um weitere Einflüsse liegt die Chance einer Diagnose rund 6,8-mal so hoch wie bei Mischlingen (adjustiertes Odds Ratio 6,80, Konfidenzintervall 4,23 bis 10,94). Das ist eine Chance, keine Häufigkeit.[8] Die schwedischen Versicherungsdaten 2016 bis 2021 zeigen die Diagnose ebenfalls deutlich über dem Wert aller Rassen, am Diagramm abgelesen gut dreifach.[9]

Knochenkrebs. Eine britische Fall-Kontroll-Studie mit 1.756 Osteosarkomen fand beim Ridgeback 29 Fälle. Die Chance lag rund elfmal so hoch wie beim Mischling (Odds Ratio 11,31, Konfidenzintervall 7,37 bis 17,35), nach dem Rottweiler mit 13,30 und vor der Deutschen Dogge mit 10,03.[10] Eine Folgestudie derselben Gruppe mit Praxisdaten führt den Ridgeback nicht, vermutlich wegen zu weniger Tiere; dort lag die Jahreshäufigkeit über alle Hunde bei 0,037 Prozent.[11] In den schwedischen Lebensversicherungsdaten 2016 bis 2021 ist der Knochentumor die häufigste Einzeltodesursache der Rasse, am Diagramm abgelesen etwa sechsmal so häufig wie bei allen Rassen, ohne Prüfung auf Signifikanz.[9]

Haut, Ohren, Allergie. In der Gesundheitsumfrage des schwedischen Rasseklubs unter dreijährigen Hunden der Jahrgänge 2015 bis 2019 hatten im Mittel 32 Prozent Ohrenprobleme, 20 Prozent Hautprobleme und 12 Prozent eine Allergie.[3] In den schwedischen Versicherungsdaten liegen Ohrenerkrankungen am Diagramm abgelesen bei etwa dem Doppelten, Allergie und Atopie bei gut dem Dreifachen aller Rassen.[9] Die Umfrage beruht auf Angaben der Halter.

Hüften und Ellbogen. In Schweden werden viele Ridgebacks unabhängig von der Zucht geröntgt. Bei den Jahrgängen 2016 bis 2020 hatten im Mittel 15 Prozent einen Hüftbefund C bis E, 2 Prozent D oder E, und 12 Prozent einen Ellbogenbefund 1 bis 3.[3] Beide Werte liegen über dem Ziel des Klubs von 10 Prozent.

Degenerative Myelopathie. Unter 2.645 getesteten Ridgebacks einer amerikanischen Auswertung trugen 241 die Genvariante doppelt, 1.023 einfach; die Allelfrequenz lag bei 0,28.[12] Zwei Kopien bedeuten ein Risiko, keine Erkrankung. Unter den feingeweblich bestätigten Fällen derselben Arbeit waren zwei Ridgebacks mit nur einer Kopie. Wie viele reinerbige Ridgebacks tatsächlich erkranken, ist nicht belegt.

Epilepsie und Taubheit im Jugendalter. Die juvenile myoklonische Epilepsie beginnt im Mittel mit sechs Monaten und geht bei 38 Prozent der Hunde in generalisierte Anfälle über; sie wird rezessiv vererbt. Unter 538 Ridgebacks aus 13 Ländern waren 15,4 Prozent Träger, ohne die deutschen Proben, die Patientenfälle enthielten, 14,8 Prozent.[13] Für die früh einsetzende Taubheit trugen 20 von 162 gesunden Kontrollhunden den Risikohaplotyp einfach.[14] Beide Tests werden von Anbietern vertrieben, die an den Studien beteiligt waren.

Versicherungsdaten insgesamt. In den schwedischen Daten 2016 bis 2021 liegt das relative Risiko des Ridgebacks für mindestens einen Tierarztfall bei 1,26, für den Tod bei 1,25, jeweils gegenüber allen Rassen. Tumoren als Todesursache liegen am Diagramm abgelesen bei gut dem Doppelten.[9] Das mediane Sterbealter der Versicherten von 7,2 Jahren ist keine Lebenserwartung, weil die Lebensversicherung ältere Hunde nicht mehr erfasst.

Quellen: [1] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 14:531, Supplementary Table S3, Größenklassen im Aufsatz S. 4 (Volltext frei). [2] Distl (2022), Prevalence and segregation analysis of dermoid sinus in Rhodesian Ridgebacks, The Veterinary Journal 280:105803 (Zusammenfassung frei). [3] Specialklubben Rhodesian Ridgeback Sverige, Rasspecifika avelsstrategier, uppföljning 2018 bis 2022, S. 18, 19, 21, 33 bis 35 (Vereinsangabe). [4] Hillbertz (2005), Inheritance of dermoid sinus in the Rhodesian ridgeback, Journal of Small Animal Practice 46:71 bis 74 (Zusammenfassung frei). [5] Hillbertz und Andersson (2006), Autosomal dominant mutation causing the dorsal ridge predisposes for dermoid sinus in Rhodesian ridgeback dogs, Journal of Small Animal Practice 47:184 bis 188 (Zusammenfassung frei). [6] Salmon Hillbertz (2007), The origin of the Ridge and Associated Anomalies in Rhodesian Ridgebacks, Dissertation, Swedish University of Agricultural Sciences, S. 32 (Volltext frei). [7] Waldo und Diaz (2015), Development and validation of a diagnostic test for Ridge allele copy number in Rhodesian Ridgeback dogs, Canine Genetics and Epidemiology 2:2 (Volltext frei). [8] O’Neill und andere (2022), Frequency, breed predispositions and other demographic risk factors for diagnosis of hypothyroidism in dogs under primary veterinary care in the UK, Canine Medicine and Genetics, Tabellen 2 und 4 (Volltext frei). [9] Agria Djurförsäkring, Breed Profiles 2016 bis 2021, Rhodesian Ridgeback, Veterinary Care, Charts 1, 4 und 6, und Life, Charts 1, 2, 4 und 6, bereitgestellt über DogWellNet (Berichtsangabe, Anmeldung nötig). [10] Edmunds und andere (2021), Dog breeds and body conformations with predisposition to osteosarcoma in the UK: a case-control study, Canine Medicine and Genetics 8:2, Tabelle 2 (Volltext frei). [11] O’Neill und andere (2023), Canine Medicine and Genetics 10:8 (Volltext frei). [12] Zeng und andere (2014), Breed distribution of SOD1 alleles previously associated with canine degenerative myelopathy, Journal of Veterinary Internal Medicine, Tabelle 1 (Volltext frei). [13] Wielaender und andere (2017), Generalized myoclonic epilepsy with photosensitivity in juvenile dogs caused by a defective DIRAS family GTPase 1, PNAS 114:2669 bis 2674, mit Tabelle S6 (Volltext frei). [14] Kawakami und andere (2022), Early onset adult deafness in the Rhodesian Ridgeback dog is associated with an in-frame deletion in the EPS8L2 gene, PLoS One (Volltext frei).

Die Methode bei dieser Rasse

Ein Waldweg am Nachmittag, dein Ridgeback ist hinter der nächsten Kurve verschwunden. Dann hörst du ihn bellen, gleichmäßig, aus einer Stelle. Als du um die Kurve kommst, steht er zehn Meter vor einem Pilzsammler, der sich nicht mehr zu rühren wagt. Er geht nicht hin, er geht nicht weg, er bellt. Du rufst ihn, und er kommt nicht.

Aus deiner Sicht hört er nicht, und das an der schlechtesten Stelle. Aus seiner Sicht ist die Arbeit noch nicht fertig. Stellen hieß immer: bleiben, bis der Mensch da ist. Zurückzukommen, solange der Fund noch dort steht, hieße für ihn, die Sache aufzugeben, und kein Ruf erklärt ihm in diesem Moment, warum er das sollte. Für den Pilzsammler sieht es dabei so aus, als werde er von einem großen Hund bedroht.

Entschieden wird die Lage deshalb nicht mit deinem Ruf, sondern mit deiner Ankunft. Für einen Hund dieser Herkunft endet die Arbeit dort, wo sein Mensch übernimmt: Du gehst hin, stellst dich zwischen ihn und den Fremden, und damit ist die Sache deine. Das lässt sich zunächst in Situationen aufbauen, die nichts mit Menschen zu tun haben. Er findet etwas und verbellt es, bis du da bist. So lernt er, dass mit deinem Kommen sein Teil der Aufgabe beendet ist.

Wie sich das Schritt für Schritt aufbauen lässt, beschreibt Anton Fichtlmeier in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung.

Kurz zusammengefasst

  • Die Hunde fanden den Löwen und hielten ihn auf Abstand, bis der Jäger kam; so schildern es die Reiseberichte. Die Geschichte vom Missionar und van Rooyens Meute ist Überlieferung.
  • Er sucht selbständig, bleibt am Fund und bellt, statt zuzupacken, an der Grundstücksgrenze ebenso wie im Wald.
  • Aus der bayerischen Liste ist er 2002 gestrichen worden; Fremden gegenüber bleibt er zurückhaltend, und ein Teil der Hunde ist schreckhaft.
  • Im Mittelpunkt steht der Dermoid-Sinus, dazu Schilddrüse, Knochenkrebs, Haut und Ohren; den Ridge selbst führen weder das Gutachten noch die VDH-Liste. Im Median wird er rund 12 Jahre alt.
  • Hat er etwas gestellt, wartet er, bis sein Mensch kommt und übernimmt. Dieses Übernehmen ist der Kern seiner Erziehung.

Empfehlung

Für die Erziehung und Ausbildung des Rhodesian Ridgebacks passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:

Bücher: Grunderziehung für Welpen, Der Hund an der Leine und Suchen und Apportieren.

Onlinekurse:

Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.

Mitreden

Das Reel zu dieser Rasse findest du auf Instagram. Wenn du Fragen hast oder eigene Erfahrungen gemacht hast, diskutier dort mit.

Belege und Quellen

Zeitgenössische Quellen
Peter Kolb, „Caput Bonae Spei hodiernum“, Nürnberg 1719, Erster Theil, XI. Brief, S. 152 (Volltext frei). David Livingstone, „Missionary Travels and Researches in South Africa“, John Murray, London 1857, S. 140 (Volltext frei). Frederick Courteney Selous, „Travel and Adventure in South-East Africa“, Rowland Ward, London 1893, S. 133, 134, 184 und 191 (Volltext frei). Alle Zitate am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei.

Weitere Reiseberichte
William J. Burchell, „Travels in the Interior of Southern Africa“, Band 2, London 1824, S. 191 bis 192 (Volltext frei). Selous, „A Hunter’s Wanderings in Africa“, Ausgabe London 1907, S. 252 (Volltext frei). H. A. Bryden, „Gun and Camera in Southern Africa“, London 1893, S. 521 (Volltext frei). Am Originalscan gegengelesen, gemeinfrei.

Der Historiker von 1919
George McCall Theal, „Ethnography and Condition of South Africa before A.D. 1505“, George Allen, London 1919, S. 97 (Volltext frei). Am Originalscan gegengelesen, gemeinfrei.

Rassegeschichte und Überlieferung
Kennel Union of Southern Africa, Rhodesian Ridgeback, Richterpräsentation der FCI, 3. Ausgabe 2021, Folien 6 bis 10 (Vereinsangabe). Fundstelle für die Überlieferung vom Missionar, den zwei Hündinnen und van Rooyens Meute sowie für den Verfasser des ersten Standards.

Die Abbildung
Tafel von G. E. Lodge vor S. 133 in Selous 1893, Quellenangabe siehe oben, nach dem Scan der Originalausgabe in der West Bengal Public Library (Volltext frei). Gedruckter Bildtitel im Wortlaut übernommen. Lodge starb 1954, gemeinfrei.

Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 146, Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards 15. Mai 2025, deutsche Fassung, Originalsprache Englisch (Volltext frei). Daraus stammen Gruppe, Sektion, Ursprung, Verwendung, Maße, Gewicht, Haar, Farbe, Ridge und Wesen, dazu der Abschnitt „Kurzer geschichtlicher Abriss“. Das Jahr der Anerkennung durch die FCI steht im Datenblatt auf derselben Seite. Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund.

Ridge im Standard
Derselbe Standard, Abschnitte „Allgemeines Erscheinungsbild“, „Fehler“ und „Disqualifizierende Fehler“. Vorgängerfassung vom 10. Dezember 1996, Abschnitt „Disqualifying faults“, englisch, im Webarchiv, Aufnahme 2014 (Volltext frei).

Jagdliche Führung und Wesen
Club zur Erhaltung der Laufhunde des Südlichen Afrika, Jagdliche Prüfungsordnung, Stand 15. April 2023, S. 3 und Paragraph 15a (Vereinsangabe). Wesensbeschreibung: Specialklubben Rhodesian Ridgeback Sverige, Zuchtstrategie Fassung 2.0, 2018, S. 36 bis 37 (Vereinsangabe, schwedisch). Suomen Ridgeback-yhdistys, Zuchtstrategie 2023 bis 2027, S. 9, 21, 23 und 27 (Vereinsangabe, finnisch). Spätreife: VDH, Rasseseite Rhodesian Ridgeback (Vereinsangabe).

Rechtslage in Bayern 1992 bis 2002
Bayerischer Verfassungsgerichtshof, Entscheidung vom 15. Juli 2004, Vf. 1-VII-03, S. 5 und 7 (Volltext frei). Grund der Streichung als Auskunft des Innenministeriums, wiedergegeben bei Christine Baumann, Dissertation, LMU München 2005, S. 8 (Volltext frei).

Rechtslage heute
Heutige bayerische Fassung: Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit, Paragraph 1 (Volltext frei). Bund: Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz, Paragraph 2 (Volltext frei). Vorarlberg: Verordnung über das Halten von Kampfhunden, LGBl. Nr. 4/1992, Paragraphen 1 und 2 (Volltext frei). Nordrhein-Westfalen: Landeshundegesetz, Paragraph 11 (Volltext frei).

Qualzucht und Zuchtregeln
Qualzuchtgutachten 1999, Abschnitt 2.1.1.1.4, S. 20, und Übersicht S. 36; Nachweis siehe Sachthema Qualzucht. VDH-Merkmalsliste, Stand 1. Februar 2026, Punkt 6 (Vereinsangabe). Zuchtordnungen des Rhodesian Ridgeback Club Deutschland, Stand 1. Dezember 2023, der Deutschen Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgeback, Stand 27. April 2025, und des Club ELSA, Stand 30. April 2025 (Vereinsangaben). Finnland und Schweden siehe oben und Zahlenblock, Quelle [3].

Farbverdünnung
Schwedische Zuchtstrategie 2018, S. 40, und finnische Zuchtstrategie, S. 72, Quellenangaben siehe oben (Vereinsangaben). Gentest: Zuchtordnungen der Deutschen Züchtergemeinschaft und des Club ELSA, siehe oben. Eine Suche in PubMed nach Haarausfall durch Farbverdünnung beim Ridgeback ergab am 27. September 2026 keinen Treffer.

Genetik des Ridge
Salmon Hillbertz und andere (2007), Nature Genetics 39:1318 bis 1320 (Zusammenfassung frei). Risikotest: Labogen, Testbeschreibung Dermoidsinus (Berichtsangabe). Weitere Fundstellen im Zahlenblock.

Lebenserwartung
McMillan und andere (2024), siehe Zahlenblock, Quelle [1].

Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.