
Das erwartet dich
- Warum die Schäfer im schottischen Grenzland ihn gerade im Schneesturm schätzten
- Welche zwei ganz verschiedenen Vorfahren ihm zwei Kenner um 1900 zuschrieben
- Was ein Zeitzeuge über sein Verhältnis zu Fremden erzählt und was der Standard heute verlangt
- Bei welchem Gendefekt er in einer europäischen Studie den höchsten Wert hatte
- Welches Auge ein Richter von 1907 bevorzugte und worauf es heute ankommt
Film
Bevor es an den schottischen Hang geht, sieh dir den Kurzhaarcollie zuerst im Film an.

Illustration: Richard Strebel, „Kurzhaariger Collie: Champ. ‚Canute Perfektion‘. Bes.: F. Wildgoose-Knutsford.“, aus: „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905 (Gemeinfrei).
Kurzbeschreibung
Am Kurzhaarcollie liegt offen, was beim Collie sonst unter dem Haar verschwindet. Das kurze, flache Deckhaar ist hart und sitzt über einer dichten Unterwolle, und weil nichts den Körper verdeckt, sieht man die ganze Linie: den sauber geschnittenen, keilförmigen Kopf, den kräftigen, etwas langen Rumpf, die tief getragene Rute. Auch seine Bewegung ist gut zu sehen, fließend und raumgreifend; der Standard nennt sie ein unverkennbares Merkmal der Rasse. Getrimmt oder geschnitten wird das Haarkleid nicht. Im Wesen soll er freundlich sein, ohne Nervosität und ohne Aggressivität, dabei wachsam und aktiv.
Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde
Das Collie-Kapitel, das James C. Dalgliesh 1907 schreibt, beginnt mit einem Foto vom Schurtag auf einer Schaffarm an der schottischen Grenze. Die Schafe drängen sich vor einer Steinmauer, ein Schäfer lehnt daneben, und im Gras davor warten vier Hunde. Alle vier sind Kurzhaarcollies, schreibt Dalgliesh, der die Farm selbst besucht hat, und alle in bester Verfassung.
Er sieht ihnen gern bei der Arbeit zu: wie schnell sie die Heidehänge hinaufkommen und wie sie, sobald Ruf und Pfiff sie nicht mehr erreichen, gespannt nach der Hand ihres Schäfers Ausschau halten, die ihnen die Richtung zeigt. Die Schäfer sagen, dieser Hund komme schneller bergauf als der langhaarige, und sie haben noch einen Grund, der mit dem Winter kommt: „in the heavy snowstorms his clean, unfeathered legs do not collect and carry the snow“ (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 102). Im schweren Schneesturm sammeln seine glatten, unbefederten Läufe keinen Schnee und schleppen ihn nicht mit, so in eigener Wiedergabe.
Ein paar Seiten weiter schreibt Dalgliesh über den Kurzhaarcollie der Ausstellungen. Klug sei er, aber bei den Schafen kaum zu gebrauchen; dafür fange er Hase und Kaninchen so geschickt wie kaum ein anderer Hund. Entstanden sei er aus dem alten schwarzweißen Schäferhund und dem Windhund, und das schlage noch durch: Manchmal liege ein schieferfarbener, ein reinweißer oder ein tiefschwarzer Welpe im Wurf, oder ein sonst tadelloser Hund trage schwere Ohren oder das Auge eines Windhunds. Züchter kreuzten, so Dalgliesh, Langhaar ein, um den Windhund wieder aus dem Typ zu bekommen.
Eine ganz andere Herkunft erzählt Richard Strebel 1905 in seinem Werk über die deutschen Hunde. Für ihn stammt der Kurzhaarcollie von einem Viehtreiber aus dem Norden Englands ab, einem Hund, den eine ältere englische Beschreibung, in Strebels Übertragung, „größer, kraftvoller und böser als der Schäferhund“ nennt (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 90). Bei den Collies bespricht er ihn nur, weil das eingekreuzte Langhaar ihn ihnen inzwischen gleich gemacht habe.
Selbst beim Wetter widersprechen sich die beiden. Nach Strebel ist der Kurzhaar dort beliebt, wo das Klima weniger rau ist, Dalglieshs Schäfer loben ihn gerade für den Schnee. Ob mehr vom Viehtreiber oder mehr vom Windhund in ihm steckt, lässt sich aus ihren Texten nicht entscheiden.
Quelle: James C. Dalgliesh (1907), S. 100 bis 109; Richard Strebel (1905), Band 2, S. 89 bis 91. Vollständige Quellenangabe siehe Quellen.
Die Entstehung der Rasse
Glatthaarige Hunde mit halb umgeklappten Ohren, meist schwarz mit weißer Halskrause, arbeiteten schon am Ende des 18. Jahrhunderts für Bauern und Viehtreiber in England. Eine englische Naturgeschichte dieser Zeit beschreibt sie, und Strebel druckt einen davon nach dem alten Holzschnitt ab (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 83 und 90).
Mit den Ausstellungen bekam der Schlag einen Standard, und der war fast ganz der des langhaarigen Collies. Der Standard, den Dalgliesh abdruckt, trennt beide allein im Haar (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 111), und ein eigener Klub für den Kurzhaar war gegen Ende des 19. Jahrhunderts erst im Entstehen. Für den Ring gezüchtet wurde er da schon kaum noch in Schottland, sondern fast nur auf der englischen Seite der Grenze (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 109).
Lange liefen beide als eine Rasse mit zwei Haarkleidern. Die FCI führt den Kurzhaarcollie seit 1974 endgültig als eigene Rasse, in Großbritannien dürfen beide erst seit dem 1. Januar 1994 nicht mehr miteinander verpaart werden und gelten dort als zwei Rassen. In Deutschland kümmert sich bis heute derselbe Verein um beide.
Im Schatten des Langhaarcollies steht er bis heute. In den Vereinen des VDH wurden im jüngsten Jahr der Statistik 150 Kurzhaarcollies geboren und 523 Langhaarcollies.
Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung
Am Anfang dieses Hundes stehen die Schäfer an der schottischen Grenze. Auf der Farm, die Dalgliesh besuchte, arbeiteten drei Schäfer mit je zwei Hunden, nach seinen Worten meist einem guten und einem mäßigen (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 100). Die Farm hielt nach seinen Worten hundert Stiege, also zweitausend Schwarzkopfschafe.
Daneben kennt Strebel ihn aus dem Viehtrieb. Nach dem englischen Kynologen Lee, den Strebel zitiert, gingen in London zu dessen Zeit noch glatthaarige Schäferhunde mit halb gestutzter Rute als Treibhunde für das Rindvieh (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 89). Wie solche Treibhunde arbeiteten, schildert die ältere englische Beschreibung, die Strebel wiedergibt: Sie fassten das Vieh an den Sprunggelenken, kannten die Weide ihres Herrn genau und trieben jede fremde Kuh wieder hinaus, die aus Versehen in die Herde geriet (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 90).
Heute lebt der Kurzhaarcollie in Deutschland als Begleit- und Familienhund.
Was diese Rasse heute prägt
Den arbeitenden Kurzhaarcollie beschreibt Dalgliesh als weniger sanftmütig als den schwarzweißen Schäferhund und als einen, der sich mit Fremden Zeit lässt (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 101). Wie weit das gehen konnte, erzählt er an einem kleinen schwarzen Kurzhaar aus der Nähe von Selkirk. Dessen Schäfer schlief nach einem Lammmarkt und zu viel Whisky auf einer Türschwelle ein, und als die Polizei ihn wegtragen wollte, ging der Hund so heftig auf die Beamten los, dass sie den Mann nicht anzufassen wagten (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 101).
Ein Beleg dafür, wie heutige Kurzhaarcollies sich verhalten, ist diese Geschichte nicht. Sie zeigt aber, worauf die Schäfer bei ihm zählten: dass er bei seinem Menschen bleibt und Fremde nicht an ihn heranlässt, solange der selbst nichts regeln kann.
Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben
Wer sich für den Kurzhaarcollie interessiert, kennt oft den Collie mit der Mähne und sucht dasselbe Wesen in einem Haarkleid, das weniger Arbeit macht. Mit der Mähne fällt aber auch der weiche Eindruck weg. Übrig bleibt ein großer, schlanker Hund, der schnell ist, und wer einen gemütlichen Familiencollie erwartet, hat einen Hund vor sich, den die Schäfer an der schottischen Grenze für sein Tempo am Hang lobten und dem Dalgliesh zutraute, Hase und Kaninchen geschickter zu fangen als fast jeder andere Hund.
Anforderungen, die diese Rasse stellt
Ohne Schafe und ohne Vieh fehlt ihm die Arbeit, bei der die Schäfer sein Tempo am Hang schätzten. Den besten Ersatz bietet die Apportierarbeit, weil sie seine Lust an Beute in eine Arbeit mit dir lenkt. Die Personensuche passt ebenfalls, weil er seine Aufmerksamkeit dabei auf einen einzigen gesuchten Menschen richtet, statt jeden zu prüfen, der ihm unterwegs begegnet. Warum gerade diese zwei Aufgaben zu einem Hütehund passen, steht im Sachthema Hüteverhalten.
Dazu kommt die Frage, wo er frei laufen kann. Ob er einem Hasen nachsetzt, weiß man erst, wenn es passiert ist. Bis das geklärt ist, bleibt er dort, wo Wild oder Straßen nahe sind, an der Sicherheitsleine, und frei laufen darf er nur, wenn er abrufbar ist. Bis man ihm draußen trauen kann, vergeht Zeit.
Gesundheit im Blick
Bevor ein Kurzhaarcollie ein Mittel gegen Würmer oder Parasiten, ein Beruhigungsmittel oder eine Narkose bekommt, sollte sein Tierarzt wissen, ob er den MDR1-Defekt trägt. Bei betroffenen Hunden arbeitet ein Eiweiß der Blut-Hirn-Schranke nicht richtig, und solche Wirkstoffe, dazu das Durchfallmittel Loperamid und manche Krebsmedikamente, gelangen ins Gehirn und können dort schwere neurologische Ausfälle bis zum Tod auslösen. Ein Gentest klärt den Status. In einer europaweiten Erhebung lag der Anteil veränderter Genkopien bei keiner anderen untersuchten Rasse so hoch wie beim Kurzhaarcollie.
Die Dermatomyositis, eine entzündliche Erkrankung von Haut und Muskeln, tritt fast nur bei Collies und Shelties auf und beginnt oft im ersten Lebenshalbjahr mit Krusten an Gesicht, Ohren und Rutenspitze. Seltener als beim Langhaarcollie, aber auch bei ihm, findet sich an den Augen die Collie Eye Anomaly, eine angeborene Unterentwicklung der Aderhaut. Wie alt Kurzhaarcollies werden und wie es um ihre Hüften steht, lässt sich mangels Daten nicht belastbar sagen.
Zur Qualzuchtfrage
Als Dalgliesh 1907 Kurzhaarcollies im Ausstellungsring richtete, gab er bei sonst gleichen Punkten dem Hund mit dem hellen Merleauge den Vorzug, und er hielt fest, dass bei dieser Rasse die Merlefarbe überwiegt (Dalgliesh, The Collie, 1907, S. 109). Auch der heutige Standard zählt Blue Merle zu den drei anerkannten Farben.
Dass blaue Augen mit Taubheit zusammenhängen, ist nicht belegt. Heikel ist die Verpaarung zweier Merlehunde, weil Welpen den Faktor dann doppelt erben können; bei ihnen sind Taubheit und Fehlbildungen der Augen häufiger. Das Gutachten von 1999, das Paragraph 11b im Tierschutzgesetz auslegt, geht beim Merlefaktor aber weiter und rät, ganz auf die Zucht mit ihm zu verzichten. Für eine Rasse, deren Standard Blue Merle ausdrücklich vorsieht, ist das ein grundsätzlicher Einwand.
Wie der Faktor wirkt, warum nur ein Gentest ihn sicher erkennt und was die Zahlen zur Taubheit hergeben, steht im Sachthema Qualzucht.
↓ Die genauen Zahlen und die Belege dazu stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“.
Zahlen und Studien zur Gesundheit
MDR1. Für eine europaweite Übersicht wurden zwischen 2012 und 2014 insgesamt 4.729 Hunde genotypisiert. Beim Kurzhaarcollie lag die Frequenz des mutierten Allels bei 58,5 Prozent, dem höchsten Wert der Arbeit, vor dem Langhaarcollie mit 48,3, dem Australian Shepherd mit 35 und dem Shetland Sheepdog mit 30,3 Prozent; beim Border Collie fand sich die Variante nicht.[1] Wie viele Kurzhaarcollies untersucht wurden, nennt die frei zugängliche Zusammenfassung nicht. Eine Allelfrequenz gibt den Anteil veränderter Genkopien an, nicht den Anteil betroffener Hunde.
Collie Eye Anomaly. Eine Schweizer Auswertung von 3.527 Augenuntersuchungen an sechs Rassen aus den Jahren 1999 bis 2007 fand bei 8,9 Prozent von 101 Kurzhaarcollies eine Unterentwicklung der Aderhaut.[2] Beim Langhaarcollie lag allein dieser Befund bei 36,9 Prozent, beim Border Collie bei 0,7 Prozent. Die Gruppe der Kurzhaarcollies ist mit 101 Hunden deutlich kleiner als die der Langhaarcollies, der Unterschied zwischen beiden Rassen aber groß.
Merle und Taubheit. Die Referenzarbeit prüfte das Gehör von 153 merlefarbenen Hunden aus zehn Rassen, darunter 15 als „Collie“ geführte Hunde ohne Trennung nach Haarart. Die zwölf mit einer Merlekopie hörten alle beidseitig, von den drei doppelten Merle waren zwei auf einem Ohr taub.[3] Über alle Rassen waren bei einer Kopie 2,7 Prozent einseitig und 0,9 Prozent beidseitig taub, bei zwei Kopien 10 und 15 Prozent. Zwischen blauen Augen und Taubheit fand die Arbeit keinen Zusammenhang. Die Collie-Zahlen sind zu klein für eine Häufigkeit.
Dermatomyositis. Eine genetische Arbeit an Collies und Shetland Sheepdogs fand bei 225 Collies aus mehreren Ländern nur drei Varianten eines Genabschnitts, der für die Immunabwehr wichtig ist, und 91 Prozent trugen dieselbe Variante doppelt.[4] Die Autoren schließen daraus, dass praktisch alle reinrassigen Collies eine erhöhte Anfälligkeit tragen; ob ein Hund erkrankt, hängt nach ihren Befunden von weiteren Erbanlagen und von Auslösern wie Impfung oder Virusinfektion ab. Eine Erkrankungshäufigkeit nennt die Arbeit nicht, und Langhaar und Kurzhaar trennt sie nicht.
Hüftgelenke. Im Röntgenprogramm von British Veterinary Association und Kennel Club wurden in fünfzehn Jahren 38 Kurzhaarcollies ausgewertet, im Jahr 2024 zwei. Über fünfzehn Jahre liegt ihr Median bei 7; die Skala reicht von 0, dem besten Befund, bis 106.[5] Bei so wenigen Hunden trägt der Wert keine Aussage über die Rasse.
Lebensdauer, keine belastbaren Daten. Die größte Auswertung britischer Hunde kommt für „Collie“ im Median auf 13,3 Jahre, unterscheidet dabei aber nicht zwischen Langhaar und Kurzhaar.[6] Eine Auswertung der beim Kennel Club 2014 gemeldeten Sterbefälle führt den Kurzhaarcollie getrennt, mit nur fünf Meldungen und ohne eigenen Wert.[7] Nur als Übertragung: Große Rassen erreichen in der ersten Arbeit im Median 11,9 Jahre.
Quellen: [1] Firdova und andere (2016), Research in Veterinary Science 106, S. 89 bis 92 (Zusammenfassung frei). [2] Walser-Reinhardt, Hässig und Spiess (2009), Schweizer Archiv für Tierheilkunde 151, S. 597 bis 603 (Volltext frei). [3] Strain und andere (2009), Journal of Veterinary Internal Medicine 23, S. 282 bis 286 (Volltext frei). [4] Evans und andere (2017), PLoS Genetics 13, e1006604 (Volltext frei). [5] British Veterinary Association und Kennel Club, Hip Dysplasia Scheme Breed Specific Statistics 2024 (Berichtsangabe). [6] McMillan und andere (2024), Scientific Reports 14:531, Rassewerte in Supplementary Table S3 (Volltext frei). [7] Lewis und andere (2018), Canine Genetics and Epidemiology 5:10, Zusatzdatei 1 (Volltext frei).
Die Methode bei dieser Rasse
Ihr geht an einem Wiesenrand entlang, der Kurzhaarcollie trabt ein Stück voraus und behält dich im Auge. Da springt vor ihm ein Hase aus dem Gras, und für ein paar Sekunden läuft vor dir ein Windhund. Das eigentlich Aufschlussreiche kommt danach, wenn der Hase im nächsten Feld verschwunden ist und der Hund stehen bleibt. Sieht er sich nach dir um, oder sucht er weiter, wohin die Beute gelaufen ist? In diesem Augenblick zeigt sich, welcher seiner beiden Vorfahren antwortet: der Schäferhund, der auf seinen Menschen achtet, oder der Windhund, der seine Beute allein zu Ende bringt.
Bei Anton Fichtlmeier setzt hier das Apportierkonzept an, und zwar gerade nicht als Werfen und Hinterherrennen. Ein Dummy, das fällt, während der Hund sitzt, ist für ihn Bewegungsreiz und Beutestellvertreter zugleich. Er lernt, sitzen zu bleiben, zu dir zu sehen und erst auf deine zeigende Geste loszulaufen, und was er bringt, tauscht er bei dir gegen etwas Gutes. Dummys, die nicht gemeint sind, werden mit einem klaren Nein tabu. Wer das zuverlässig aufgebaut hat, kann nach Fichtlmeier auf demselben Weg auch das Verfolgen von Hasen unterbinden.
Beim Kurzhaarcollie trifft das genau die Stelle, an der sich seine beiden Vorfahren trennen. Der Windhund antwortet auf das, was sich bewegt, der Schäferhund auf die Hand seines Menschen. Im Apportieren bekommt beides eine feste Reihenfolge: erst die Bewegung sehen, dann zu dir schauen, dann laufen. Genau diese Reihenfolge wird am Wiesenrand gebraucht.
Wie sich Tauschen und Apportieren aufbauen lassen, beschreibt Anton Fichtlmeier in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung.
Kurz zusammengefasst
- Arbeitshund und Ausstellungshund wurden schon um 1900 ganz verschieden beurteilt, der eine für den Schnee gelobt, der andere bei den Schafen für kaum brauchbar gehalten.
- Ob er vom Viehtreiber oder vom Windhund abstammt, beantworten die Zeitzeugen verschieden; einig sind sie nur darin, dass Langhaarblut ihn angeglichen hat.
- Sein MDR1-Status sollte beim Tierarzt bekannt sein, bevor er zum ersten Mal behandelt wird.
- Blue Merle gehört zu seinem Standard, und genau dagegen richtet sich die Empfehlung des Gutachtens von 1999, auf die Merlezucht ganz zu verzichten.
- Wenn der Hase weg ist und er stehen bleibt, zeigt sich, ob der Schäferhund oder der Windhund in ihm antwortet; im Apportieren übt er, erst zu dir zu schauen und dann zu laufen.
Empfehlung
Für die Erziehung und Ausbildung des Kurzhaarcollies passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:
Bücher: Grunderziehung für Welpen, Der Hund an der Leine und Suchen und Apportieren.
Onlinekurse:
Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.
Belege und Quellen
Zeitgenössische Quellen
James C. Dalgliesh, „The Collie“, Kapitel IX in: Robert Leighton (Herausgeber), „The New Book of the Dog“, Cassell and Company, London 1907, S. 98 bis 111 (Volltext frei). Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, S. 83 bis 91 (Gemeinfrei). Alle Zitate am Originalscan gegengelesen, zuletzt am 16. September 2026. Dalgliesh gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Historische Abbildung
Strebel, Band 2, S. 91, Bild 4, gedruckte Unterschrift „Kurzhaariger Collie: Champ. ‚Canute Perfektion‘. Bes.: F. Wildgoose-Knutsford.“, signiert 1905. Gemeinfrei.
Vorläufer und Viehtrieb
Cur-Dog nach Thomas Bewick, in Strebels Übertragung, Strebel, S. 89 bis 90; Bewick und seine Naturgeschichte S. 83; Treibhunde in London nach Lee S. 89. Farm im Tal von Yarrow, Foto S. 98; Farm, Hunde und Schafe S. 100; Züchter in Dundee, Rückschläge und Einkreuzung von Langhaar S. 109, alle Dalgliesh.
Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 296 (Volltext frei), Publikationsdatum des gültigen offiziellen Standards 27. Juli 2021, deutsche Fassung. Gruppe, Sektion, Größe, Gewicht, Haar, Farben, Augen, Wesen, Gangwerk und die disqualifizierenden Fehler stammen direkt aus dem Standard. Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund.
Zucht, Trennung und Verbreitung
Klub in Gründung: Henri de Bylandt, „Les races de chiens“, 1897, Kapitel zum kurzhaarigen Collie (Volltext frei). FCI-Anerkennung: Rasseseite, verlinkt unter Steckbriefdaten. Verbot seit 1994: Smooth Collie Club of Great Britain (Vereinsangabe). Club für Britische Hütehunde (Vereinsangabe). Welpenstatistik des VDH (Berichtsangabe).
MDR1, Wirkung und Wirkstoffe
Blut-Hirn-Schranke und betroffene Wirkstoffe: Dekel und andere (2017), BMC Veterinary Research, Einleitung (Volltext frei). Mittel zur Narkosevorbereitung: Washington State University, Veterinary Teaching Hospital, 5. August 2021 (Berichtsangabe).
Dermatomyositis, Verlauf
Beginn, erste Zeichen und Vorkommen fast nur bei Collie und Shetland Sheepdog: Evans und andere (2017), Einleitung, Nachweis unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“, Quelle 4.
Merle, Augen und Erbgang
Blaue Augen ohne Zusammenhang mit Taubheit: Strain und andere (2009), Diskussion, Quelle 3 im Zahlenblock. Merleauge im Ausstellungsring 1907: Dalgliesh, S. 109.
Rechtslage zur Merle-Zucht
Tierschutzgesetz Paragraph 11b (Volltext frei) sowie das Gutachten zur Auslegung von Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes, Sachverständigengruppe im Auftrag des BML, 2. Juni 1999 (Volltext frei), Merlesyndrom Abschnitt 2.1.1.1.7, S. 23 bis 24, Empfehlung im Wortlaut: „sollte generell auf die Zucht mit dem Merlegen verzichtet werden“.
Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.
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