
Das erwartet dich
- Warum ein Hund, der unter der Erde arbeitet, anders entscheidet als einer, der im Feld vor dir läuft
- Was Richard Strebel 1905 über die Zwergzucht schrieb und woher das rauhe Haar wirklich stammt
- Was die Zahlen über die Varietäten und den Rücken sagen
- Was der Rassestandard über den langen Rücken tatsächlich vorschreibt und was daran strittig ist
- Woran ein kleiner Jagdhund im Alltag aneckt, wenn er als Familienhund gehalten wird
Film
Verschaff dir zunächst im Film einen Eindruck vom Rauhaardackel.

Illustration: Richard Strebel, „Rauhhaariger Dachshund ‚Hallo-Reinecke‘. Bes.: Benda-Biesenthal“, aus: „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, S. 198 (Gemeinfrei).
Kurzbeschreibung
Der Rauhaardackel ist ein niedriger, langgestreckter, dabei kompakter und sehr muskulöser Hund auf kurzen Läufen. Sein Deckhaar ist drahtig, dicht, liegt gleichmäßig an und ist mit Unterwolle durchsetzt. Ausgenommen sind Fang, Augenbrauen und Behang: Am Fang steht ein deutlicher Bart, die Brauen sind buschig, die hoch angesetzten Hängeohren tragen kurzes, fast glattes Haar. Zweimal im Jahr wird getrimmt, sonst genügt regelmäßiges Bürsten. Denselben Bau tragen der Kurzhaardackel und der Langhaardackel, sie unterscheiden sich im Haar, nicht im Körper. Im Wesen ist er freundlich und ausgeglichen, zugleich passioniert, ausdauernd und feinnasig. Der lange Rücken auf kurzen Läufen ist das bestimmende Gesundheitsthema der Rasse.
Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde
„Der populärste aller deutschen Hunde ist heute ohne Zweifel der Teckel.“ Mit diesem Satz eröffnet Richard Strebel 1905 sein Kapitel über den Dachshund (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 175). Die Herkunft ordnet er knapp und eindeutig ein: „Unser Teckel ist aus der Bracke geschaffen worden“ (S. 177). Als lebenden Beleg dafür führt er die Dachsbracke an, in der die Übergangsstufe zwischen der großen Bracke und dem niedrigen Erdhund erhalten geblieben sei.
Über die Zucht selbst urteilt er ungewöhnlich scharf. Die Ursache der Kurzbeinigkeit sieht er in „der Sucht des Menschen nach Absonderlichem“; man habe „überall große Rassen zu Zwergformen umgeschaffen und ist dabei sehr häufig dem Zug nach dem Grotesken gefolgt und hat bewußt Karikaturen zu schaffen gesucht“ (S. 175). Wer heute die Diskussion um extrem lange Rücken und extrem kurze Läufe verfolgt, findet die Kritik bei Strebel schon vor über hundert Jahren formuliert. Über die heutigen Zahlen sagt das nichts. Es zeigt nur, dass die Form schon umstritten war, lange bevor es Röntgenbilder gab.
Den rauhhaarigen Schlag behandelt Strebel in einem eigenen Abschnitt, und was er dort schreibt, korrigiert eine verbreitete Erzählung. „Ursprünglich ist er nur die niedrig gezüchtete rauhhaarige Bracke gewesen“, hält er fest; erst in neuerer Zeit habe man begonnen, „mit Pinschern und in den weitaus überwiegenden Fällen mit englischen rauh- oder langhaarigen Terriers, Scotch-, Skye- oder Dandie Dinmont-Terriers zu kreuzen“ (S. 199). Von Schnauzern ist bei ihm nirgends die Rede. Die Anforderung ans Haar formuliert er in einem Satz: „Die Behaarung muß möglichst dicht und hart sein, nie weich und lang“ (S. 199). Bart und Brauen nennt er als das, was den Ausdruck macht: „Buschige Augenbrauen und kräftiger Schnauzbart markieren den Gesichtsausdruck vorteilhaft“ (S. 199). Und in der Bewertung lässt er keinen Zweifel: „Diese Varietät vereinigt die bedeutendsten Vorzüge als Gebrauchshund“ (S. 199).
Beim Wesen wird Strebel in dem Abschnitt deutlich, der als Grundbeschreibung für alle Haararten dient: „Es gibt nicht leicht eine Rasse, die der Erziehung soviel passiven Widerstand entgegensetzt, wie der Dackel. Es ist unglaublich, wie erfinderisch er im Ausklügeln von Taten ist, die gerade das Entgegengesetzte von dem sind, was von ihm verlangt wird“ (S. 190). Sein Rat dazu ist bemerkenswert modern: Die Erziehung erfordere „große Sorgsamkeit, die in unerschütterlicher Ruhe und Beharrlichkeit bestehen muß, mit Hieben ist nicht viel bei ihm zu wollen“ (S. 190).
Quelle: Richard Strebel (1905), Band 2, S. 175 bis 199. Vollständige Quellenangabe siehe Quellen.
Die Entstehung der Rasse
Wie lange die Arbeit im Bau schon betrieben wurde, zeigen die Quellen, die Strebel selbst zusammengetragen hat. Flemming beschreibt 1719 in „Der Vollkommene Teutsche Jäger“ die „Erd-Hündlein als Schlieffer oder Kriecher“, die „klein, lang und schmahl vom Leibe, mit niedrigen etwas eingebogenen Füßlein“ sein müssten, und nennt sie „die Zwerge aller anderen Hunde“ (zitiert bei Strebel, Band 2, 1905, S. 178). Döbel führt 1746 in seiner „Jäger-Practica“ ein eigenes Kapitel „Vom Dachs-Kriecher oder Dachs-Schlieffer“ (zitiert bei Strebel, S. 183). Der Hund und seine Aufgabe standen also fest, lange bevor jemand von einer Rasse sprach.
Zur Rasse wurde er erst im 19. Jahrhundert. Im I. Deutschen Hunde-Stammbuch stehen 1840 bereits 54 Eintragungen (S. 181). Prägend für die Jahre danach war Wilhelm von Daacke aus Osterode, der seine Zucht am 23. Mai 1868 begann. Sein Wahlspruch lautete: „Der Teckel ist als Jagdhund zu züchten!“ (S. 181). Sein Zuchtziel waren Hunde, die im Bau auf Dachs und Fuchs und zugleich über der Erde brauchbar waren; der Rüde sollte höchstens 8 kg wiegen, die Hündin 7 kg (S. 181). 1879 wurden dann die Rassemerkmale festgestellt, die nach Strebels Urteil in wesentlichen Zügen noch 1905 galten, wenn auch milder ausgelegt (S. 181). Der Deutsche Teckelklub wurde 1888 gegründet; der Rassestandard führt ihn als ältesten Zuchtverein für Teckel.
Die drei Größen entstanden nicht aus einer Zuchtidee, sondern aus der Arbeit. Strebel führt sie ausdrücklich auf die Verwendung zurück: Wo der Teckel fast nur stöberte und Schweißarbeit leistete, wie im Gebirge, verlangte man einen hochläufigeren Hund, und für die Arbeit am Kaninchenbau entstand „in neuester Zeit“ der Zwerg- oder Kaninchenteckel (S. 188). Im heutigen Standard stehen drei Größen, die allein über den Brustumfang unterschieden werden, und drei Haararten, zusammen neun Varietäten.
Wie verbreitet die Rasse inzwischen ist, zeigt die Statistik des VDH: 2024 wurden 4.788 Teckelwelpen eingetragen, gerechnet über alle Größen und Haararten zusammen; mehr trug nur der Deutsche Schäferhund ein.
Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung
Die Bauarbeit ist die Aufgabe, für die dieser Hund gebaut ist. Der Dackel schlieft in den Bau ein, findet Fuchs oder Dachs in der Enge, verbellt ihn und drängt ihn vor sich her, bis er den Bau verlässt oder der Jäger ihn ausgräbt. Wie das zu bewerten ist, hielten die Prüfungsbestimmungen des Dachshund-Klubs fest, die Strebel wörtlich wiedergibt: „Das Vorliegen muß als die wichtigste Aufgabe der Bauarbeit bezeichnet werden; je ausdauernder und dichter der Hund am Raubzeug vorliegt und bei dessen Zurückweichen unmittelbar nachfolgt, desto sicherer und rascher ist der Erfolg“ (Strebel, Band 2, 1905, S. 184). Ein Hund, der bereits beim Einfahren dauernd Laut gibt, gilt dort als fehlerhaft. Über der Erde stöbert er, jagt spurlaut und arbeitet die Schweißfährte aus; dieselben Bestimmungen führen ihn als „der geborene Schweißhund“ und halten fest, er könne und solle sich dieser Aufgabe nicht entziehen (S. 185). Und für die rauhhaarige Varietät halten sie fest, sie leiste „nicht selten […] auch recht brauchbare Wasser- und auch Apportierarbeit“ (S. 187).
Der Dackel wird bis heute jagdlich geführt, daneben lebt er als Begleithund. Wie sich das verteilt, ist nicht erhoben: Die Welpenstatistik des VDH zählt Eintragungen, keine Verwendungen.
Was diese Rasse heute prägt
Dieser Hund ist darauf gezüchtet, dort zu arbeiten, wo sein Mensch weder eingreifen noch zusehen kann. Genau das prägt, wie ein Dackel entscheidet. Im Bau gibt es keine Rückfrage, kein Signal von außen und keine zweite Meinung; der Hund muss allein einschätzen, wie weit er gehen kann, und muss dabei bleiben, auch wenn es unbequem wird.
Dazu kommt die Stimme. Der Laut ist beim Bauhund kein Nebenprodukt, sondern seine wichtigste Verbindung nach draußen: Über ihn weiß der Jäger, wo der Hund steht und was er vor sich hat. Ein Dackel, der im Alltag meldet, tut also nichts Fremdes. Feine Nase, viel Ausdauer und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein gehören zum selben Bild. Beim Rauhaar kommt das harte, wetterfeste Haar hinzu, das ihn in Dornen und Nässe schützt und ihm den derben Ausdruck gibt, der so oft für Gemütlichkeit gehalten wird.
Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben
Was am Rauhaardackel zuerst überzeugt, ist sein Maß. Er passt in jede Wohnung, er passt ins Auto, man kann ihn notfalls hochheben, und ein Hund, den man tragen kann, wirkt beherrschbar. Das ist er nicht. In ein Familienleben fügt er sich tatsächlich gut ein, das schon.
Die Reibung zeigt sich draußen, und sie zeigt sich schneller als bei großen Rassen. Was im Bau seine Stärke ist, wird am Wegrand zum Problem: Er ist in der Deckung, bevor der Ruf ihn erreicht. Und dieselbe Stimme, mit der er sich unter der Erde meldet, hört im Reihenhaus die halbe Straße. Beides sind keine Fehler, sondern das, wofür er gemacht ist.
Eine zweite Erwartung reibt sich an der Datenlage. Weil der lange Rücken als Schwachstelle gilt, wird der Dackel häufig geschont, getragen, von Sofa und Treppe ferngehalten und in der Bewegung eingeschränkt. Was dazu erhoben wurde, weist in die andere Richtung: Bei den befragten Hunden war wenig Bewegung mit einer höheren, nicht mit einer niedrigeren Chance einer Bandscheibendiagnose verbunden. Die Zahlen und ihre Grenzen stehen weiter unten.
Anforderungen, die diese Rasse stellt
Zeit und Nerven für die Erziehung stehen bei dieser Rasse ganz vorn. Wohnraum ist kein Thema, die Pflege beschränkt sich auf regelmäßiges Bürsten und das Trimmen zweimal im Jahr, und er soll schlank bleiben. Der Aufwand liegt woanders: Dieser Hund braucht einen Menschen, der die Erziehung über Monate durchhält, ohne laut zu werden.
Dazu kommt eine Aufgabe. Ein Bau wird auch beim jagdlich geführten Teckel nur an wenigen Tagen befahren, und wo gar keiner befahren wird, fehlt das ganze Jahr über genau das, worauf dieser Hund gebaut ist: allein anfangen, außer Sicht dranbleiben, sich über den Laut melden. Die ersten beiden trägt die freie Verlorensuche beim Apportieren. Dazu gehört auf der Halterseite, es auszuhalten, ihn arbeiten zu lassen, ohne ihn zu sehen. Als zweite Aufgabe hält ihn die Personensuche an einer bestimmten Spur, gegen alles, was daneben liegt. Warum lange Spaziergänge das nicht ersetzen, steht im Sachthema Jagdverhalten. Für den Halter heißt es regelmäßig Zeit, und zwar über Jahre und nicht über ein Vierteljahr.
Gesundheit im Blick
Das bestimmende Thema ist der Bandscheibenvorfall. Er hängt an der Anlage, die den Dackel überhaupt zum Dackel macht. Unter den sechs Varietäten, die dazu ausgewertet wurden, ist das Standard-Rauhaar mit 7,1 Prozent die am seltensten betroffene. An den Augen ist beim Standard-Rauhaardackel eine erbliche Zapfen-Stäbchen-Degeneration beschrieben, die zuerst das Tagsehen betrifft und für die es einen Gentest gibt. Beim Zwergrauhaar kommt die erbliche Lafora-Epilepsie hinzu, ebenfalls mit Gentest, und die Zwergvarietäten werden zusätzlich auf cord1-PRA untersucht. Das mediane Überleben liegt bei rund 13,2 Jahren. Über alle kleinen Rassen derselben Auswertung liegt der Median bei 12,7 Jahren, über alle großen bei 11,9. Der Vergleich mit Mischlingen steht im Zahlenblock.
Zur Qualzuchtfrage
Warum kurze Läufe und langer Rücken nicht nur den Dackel betreffen und was Qualzucht rechtlich bedeutet, steht im Sachthema Qualzucht.
Strittig ist beim Dackel nicht ein Detail, sondern die Körperform selbst: sehr langer Rücken, sehr kurze Läufe, und daraus folgend ein Rückenmark, das durch früh verkalkte Bandscheiben unter Druck geraten kann. Wer den Rassestandard liest, findet dort allerdings nicht die Aufforderung, diese Form zu übertreiben. Er nennt einen Bodenabstand von etwa einem Drittel der Widerristhöhe und ein Verhältnis von Körperlänge zu Widerristhöhe von etwa 1,7 bis 1,8 zu 1. Er führt „schwächliche, hochläufige oder am Boden schleppende Gestalt“, „Senkrücken, Karpfenrücken“ und „zu schwacher Brustkorb“ ausdrücklich unter den schweren Fehlern. Und er schreibt vor, jede Abweichung danach zu bewerten, welchen Einfluss sie auf Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes hat und auf seine Fähigkeit, die verlangte Jagdgebrauchsarbeit zu leisten. Am Ende steht der Satz, nur funktionell und klinisch gesunde Hunde sollten zur Zucht verwendet werden.
Das Problem liegt also nicht im Wortlaut des Standards, sondern darin, dass die Anlage zur Rasse gehört. Steuerbar ist nicht das Ob, sondern der Grad: wie lang der Rücken ausfällt, wie tief die Brust sitzt, wie viel Bodenfreiheit bleibt. Wie verschieden dieser Grad innerhalb der Rasse ausfällt, zeigen die Zahlen zu den einzelnen Varietäten weiter unten. Ein Beleg dafür, dass sich die Anlage wegzüchten lässt, sind sie nicht.
Rechtlich ist die Rasse in Deutschland nicht verboten. Das Qualzuchtgutachten von 1999 führt den Teckel namentlich unter der Chondrodysplasie auf und hält fest, chondrodysplastische Rassen und insbesondere Teckel zeigten eine starke Disposition zu frühzeitigen Veränderungen im Bereich der Zwischenwirbelscheiben. Es spricht kein Zuchtverbot aus, sondern empfiehlt, gegen die Merkmalskombination aus sehr langem, geradem Rücken und ausgeprägter Kurzbeinigkeit zu züchten.
Nicht Gegenstand dieses Abschnitts ist das Farbmuster gefleckt, also der Tigerdackel. Erblichkeit und die Frage der Verpaarung zweier gefleckter Hunde behandelt das eigene Portrait zu dieser Farbvariante.
Die Zahlen dazu stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“.
Zahlen und Studien zur Gesundheit
Bandscheibenvorfall in der Rasse. Die DachsLife-Erhebung von 2015 wertete 1.975 von 2.031 erfassten Dackeln aus; 56 Fragebögen mit unsicherer Diagnose wurden ausgeschlossen. 310 Hunde hatten eine tierärztliche Diagnose eines Bandscheibenvorfalls, das ergibt eine Gesamtprävalenz von 15,7 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 14,1 bis 17,3). Es handelt sich um eine Halterbefragung im Netz mit Selbstauswahl der Teilnehmer, nicht um eine Zufallsstichprobe. Erfasst sind sechs Varietäten, der Kaninchenteckel ist nicht darunter.[1]
Der Abstand zwischen den Varietäten. Am seltensten betroffen war das Standard-Rauhaar mit 7,1 Prozent, 18 von 252 Hunden, am häufigsten das Standard-Kurzhaar mit 24,4 Prozent, 49 von 201. Dazwischen liegen Zwergrauhaar mit 17,7 Prozent, Zwergkurzhaar mit 17,1 Prozent, Zwerglanghaar mit 13,3 Prozent und Standard-Langhaar mit 12,6 Prozent. Gegenüber dem Standard-Rauhaar als Bezugsgruppe lag die Chance einer Diagnose beim Standard-Kurzhaar 4,19-mal so hoch (Odds Ratio 4,19; 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,35 bis 7,47).[1]
Die erbliche Anlage. Für die Kurzbeinigkeit chondrodystropher Rassen ist ein zusätzlich ins Erbgut eingebautes FGF4-Gen auf Chromosom 12 verantwortlich. Es verkürzt die langen Röhrenknochen und lässt zugleich die Bandscheiben früh verknöchern. Rassenübergreifend gerechnet liegt die Chance einer Bandscheibendiagnose bei Trägern dieser Variante rund 51-mal so hoch (Odds Ratio 51,23; 95-Prozent-Konfidenzintervall 46,69 bis 56,20). Der Wert stammt aus einem Vergleich über viele Rassen hinweg und ist kein Rassewert für den Dackel.[2]
Bewegung und Risiko. Dieselbe DachsLife-Erhebung fand bei Hunden mit weniger als 30 Minuten Bewegung am Tag eine erhöhte, bei mehr als einer Stunde eine verringerte Chance einer Diagnose. Auch ein eingeschränkter Zugang zu Möbeln war mit einer erhöhten Chance verbunden, ebenso höheres Alter und Kastration. Es handelt sich um eine Querschnittserhebung: Ob wenig Bewegung Folge oder Ursache der Erkrankung ist, lässt sie nicht auseinanderhalten.[1]
Lafora-Epilepsie beim Zwergrauhaar. Die erbliche Erkrankung betrifft den Zwergrauhaardackel und tritt meist erst ab einem Alter von etwa fünf Jahren auf. Die klinische Beschreibung stützt sich auf 27 Hunde, davon 16 genetisch bestätigt, die übrigen mit typischem Bild ohne Test. Ein Screeningprogramm der britischen Rassevertretung fand nach eigenen Angaben rund 10 Prozent betroffene Tiere unter den getesteten Hunden. Ein DNA-Test ist verfügbar.[3][4]
Lebenserwartung. Eine Überlebenszeitanalyse über 584.734 britische Hunde weist für den Dachshund ein medianes Überleben von 13,2 Jahren aus (95-Prozent-Konfidenzintervall 13,0 bis 13,5), bei einer Hazard Ratio von 0,77 gegenüber der Mischlingsgruppe mit 12,0 Jahren. Der Zwergdackel wird getrennt geführt und liegt bei 14,0 Jahren. Nach Haararten schlüsselt die Arbeit nicht auf, der Wert gilt also für alle drei.[5]
Quellen: [1] Packer und andere (2016), DachsLife 2015, Canine Genetics and Epidemiology (Volltext frei). [2] Brown und andere (2017), FGF4 retrogene on CFA12 is responsible for chondrodystrophy and intervertebral disc disease in dogs, PNAS (Volltext frei). [3] Swain und andere (2017), Lafora disease in miniature Wirehaired Dachshunds, PLOS ONE (Volltext frei). [4] DogWellNet und IPFD, GRIHP-Report Dachshunds (Berichtsangabe, frei zugänglich). [5] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds, Scientific Reports, Supplementary Table S3 (Volltext frei).
Die Methode bei dieser Rasse
Der Moment, in dem es beim Rauhaardackel kippt, liegt nicht in der Deckung, sondern davor. Er steht am Wegrand vor der Brombeerhecke, hat die Nase im Wind und sieht kurz zu dir herüber. Das ist keine Bitte um Erlaubnis, das ist eine Prüfung: Er sieht nach, ob dein Nein eines ist. Kommt jetzt ein zweites, ein drittes, ein lauteres, hat er die Antwort. Er hat kurze Läufe, aber der Weg vom Wegrand ins Dickicht dauert zwei Sekunden.
Entscheidend ist deshalb nicht, wie laut das Nein kommt, sondern dass es nur einmal kommt. In der Fichtlmeier-Methode heißt das Binärsprache: Ein Signal bedeutet genau eines, ja oder nein, und es wird nicht wiederholt, nicht verstärkt und nicht am Ende zurückgenommen. Ein Hund, der jede Unschärfe als Verhandlungsangebot liest, braucht diese Klarheit dringender als einer, der ohnehin fragt. Beim Dackel ist das die Regel und nicht die Ausnahme.
Wie sich das aufbauen lässt, ohne den Hund unter Druck zu setzen, beschreibt Anton Fichtlmeier in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung.
Kurz zusammengefasst
- Der Rauhaardackel ist ein Bauhund, gezüchtet für Arbeit außerhalb jeder Einwirkung, und genau daher kommt seine Art zu entscheiden.
- Strebel führte das rauhe Haar 1905 auf Pinscher und englische Terrier zurück, nicht auf Schnauzer, und beschrieb die Zwergzucht schon damals kritisch.
- Die Größe verspricht Beherrschbarkeit, die Passion hält sich nicht daran; Freilauf entscheidet sich am Rand der Deckung, nicht darin.
- Der Bandscheibenvorfall ist das zentrale Gesundheitsthema der Rasse, das Standard-Rauhaar ist davon aber von allen ausgewerteten Varietäten am seltensten betroffen.
- Der Standard fordert die extreme Form nicht, er benennt sie als schweren Fehler; das Streitbare liegt in der Anlage selbst, die sich nicht wegzüchten lässt.
Empfehlung
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Bücher: Die Prägung des Jagdhundwelpen, Grunderziehung für Welpen, Suchen und Apportieren und Die Ausbildung des Jagdhundes.
Onlinekurse:
- Jagdhundeausbildung Grundlagen
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- Spurarbeit und Apport am Wasser
- SP Mantrailing für Jagdhunde
- Das Geheimnis der Spurensuche
- Der Paradigmenwechsel
Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.
Mitreden
Das Reel zu dieser Rasse findest du auf Instagram. Wenn du Fragen hast oder eigene Erfahrungen gemacht hast, diskutier dort mit.
Belege und Quellen
Zeitgenössische Quelle
Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, S. 175 bis 199, sowie die Abbildung auf S. 198. Eine Transkription liegt nicht vor; alle Zitate und Seitenzahlen wurden am 11. August 2026 am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Ältere Quellen bei Strebel
Flemming, „Der Vollkommene Teutsche Jäger“ (1719), und Döbel, „Jäger-Practica“ (1746), beide zitiert bei Strebel, Band 2, S. 178 und S. 183. Die Wortlaute stammen aus Strebels Wiedergabe, nicht aus den Originalausgaben; eine eigene Vorlage der beiden Werke lag nicht vor.
Prüfungsbestimmungen des Dachshund-Klubs
Wörtlich wiedergegeben bei Strebel, Band 2, S. 184 bis 187. Strebel benennt den Verein dort als „Dachshund-Klub (Sitz in München)“; das ist nicht der Deutsche Teckelklub. Alle Zitate unter „Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung“ stammen aus diesen Seiten, auch die Angabe zur Wasser- und Apportierarbeit des Rauhaars.
Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 148, Publikationsdatum des gültigen offiziellen Standards 25. Mai 2021, deutsche Fassung vom 14. März 2022 (frei zugänglich, abgerufen am 11. August 2026). Gruppe, Verwendung, Format, Haarkleid, Farben und Größen stammen aus diesem Standard. Er beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund.
Größen im Standard
Der Standard legt weder Widerristhöhe noch Gewicht fest. Maßgeblich ist der Brustumfang, gemessen im Alter von mindestens 15 Monaten: Teckel Rüden über 37 bis 47 cm, Hündinnen über 35 bis 45 cm. Zwergteckel Rüden über 32 bis 37 cm, Hündinnen über 30 bis 35 cm. Kaninchenteckel Rüden 27 bis 32 cm, Hündinnen 25 bis 30 cm.
Körperbau und Fehler im Standard
Standard Nr. 148, Abschnitte „Wichtige Proportionen“, „Schwere Fehler“ und „N.B.“. Alle Angaben unter „Zur Qualzuchtfrage“ stammen aus diesen drei Abschnitten. Eine Angabe dazu, wie häufig die genannten Fehler in der Zucht auftreten, enthält der Standard nicht; dazu liegt keine geprüfte Quelle vor.
Vereinsgeschichte
Das Gründungsjahr 1888 und die Angabe zum ältesten Zuchtverein stammen aus dem Abschnitt „Kurzer geschichtlicher Abriss“ des Standards Nr. 148. Die Jahreszahlen 1840, 1868 und 1879 sowie der Wahlspruch stehen bei Strebel, Band 2, S. 181.
Rechtslage
Tierschutzgesetz Paragraph 11b (frei zugänglich) sowie das Gutachten zur Auslegung von Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes von 1999, Abschnitt Chondrodysplasie (frei zugänglich). Beide abgerufen am 11. August 2026. Das Gutachten wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft herausgegeben und seither nicht neu gefasst.
Welpenzahlen
Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine, Berichtsjahr 2024 (Berichtsangabe, frei zugänglich). Sie erfasst nur Würfe aus VDH-Mitgliedsvereinen, nicht die Zucht außerhalb davon. Die Rangfolge der Rassen und die Zahlen früherer Berichtsjahre stehen in derselben Tabelle, zurück bis zum Berichtsjahr 2010.
Augenerkrankungen
Wiik und andere (2008), A deletion in nephronophthisis 4 (NPHP4) is associated with recessive cone-rod dystrophy in standard wire-haired dachshund, Genome Research (Volltext frei). Zu cord1-PRA bei den Zwergvarietäten siehe den GRIHP-Report unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“.
Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.
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