
Das erwartet dich
- Die Herkunftsgeschichte, die in fast jedem Dackeltext steht, und weshalb sie 1905 schon bestritten wurde
- Wieso ausgerechnet der Bauhund im langen Haar aus dem Bau heraus und in Schilf und Dornen verwiesen wurde
- Welche Namen und Jahreszahlen am Anfang der langhaarigen Zucht stehen
- Wie belastbar die Bandscheibenzahlen für diese eine Varietät sind
- Weshalb man an fünfzehn Stellen nicht fünfzehnmal üben muss
Film
Wie er aussieht und wie er sich bewegt, siehst du am besten zuerst. Danach geht es in seine Geschichte.

Illustration: Richard Strebel, „Buschbold“, Bes. M. C. Müller-Massanei, stehend, und „Hansel“, Bes. R. Rudhart-Bamberg, liegend, aus: „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905 (Gemeinfrei).
Kurzbeschreibung
Das Haar macht diese Varietät aus. Es ist schlicht und glänzend, liegt am Körper an und wird länger, wo es Wetter abhalten muss: am Hals, an der Unterseite, über dem Behang, an den Hinterseiten der Läufe als Befederung und unter der Rute als volle Fahne. Darunter sitzt Unterwolle, und regelmäßiges Bürsten hält beides in Ordnung. Der Körper darunter ist der eines Erdhundes, niedrig gestellt, tief in der Brust, kompakt und muskulös. Aus dieser Bauweise stammt zugleich sein größtes gesundheitliches Risiko, die verkürzten Läufe an einem langen Rücken. Der Standard beschreibt ihn als freundlich und ausgeglichen und im selben Absatz als passioniert und ausdauernd.
Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde
In fast jedem Text über den Langhaardackel steht bis heute, er sei durch Einkreuzung von Spaniels, Wachtelhunden oder Settern entstanden. Richard Strebel widerspricht dem 1905 in seinem Standardwerk „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“ ausdrücklich. Die langhaarigen Teckel seien erst in jüngerer Zeit anerkannt worden, hätten aber schon lange bestanden, vereinzelt und in Thüringen häufiger, „wir finden sie auch auf alten Bildern, es ist also kein Grund dafür vorhanden, ihn als Spanielkreuzung zu bezeichnen“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 199). Sein Gegenargument ist züchterisch: Läge Spanielblut vor, dann das des alten Wachtelhundes, und dann müssten „ab und zu Rückschläge eintreten, besonders das mit so großer Vererbungskraft ausgestattete Weiß wäre hier und da durchgebrochen“ (S. 199). Näher liege ihm die frühere Einkreuzung des Spitzes, und sicher sei, dass die Zucht von Anfang an leicht gewesen sei und keinerlei Überraschungen zutage traten.
Dazu hält Strebel eine Beobachtung fest, die den Langhaar direkt an die kurzhaarigen Stämme bindet. Der Vorstand des Klubs für langhaarige Dachshunde, F. Fischer-Zwieselmühle, stellte im Vorwort zum Stammbuch fest, „daß Nachkommen des kurzhaarigen ‚Hundesports Waldmann‘ und ‚Flott Sonnenberg‘ wiederholt langhaarig waren trotzdem sie aus gleichfalls glatthaarigen Müttern stammten“ (S. 199). Strebel fragt daraufhin, ob diese glatthaarigen Hündinnen nicht selbst aus Würfen mit langhaarigen Vorfahren stammten.
Die Zuchtgeschichte beginnt bei ihm mit einer Jahreszahl. 1874 besitzt Hauptmann Bünau-Bernburg die ersten langhaarigen Teckel „Männe“ und „Schnipp“, ihm folgt Freiherr von Cramm auf Ölber in Braunschweig, der Ende der achtziger Jahre „fast ausschließlich die Ausstellungen beherrscht“ (S. 200), und Strebel erinnert besonders an „Hansel“ des Herrn Dr. Jaques Kann. „In letzter Zeit hat die Zucht einen ganz enormen Aufschwung genommen“, schreibt er, „diese Varietät fängt an, der kurzhaarigen sehr energisch Konkurrenz zu machen“ (S. 200).
Am aufschlussreichsten ist, wohin Strebel diesen Hund schickt. Er nennt ihn temperamentvoll, schneidig beim Angriff und in der Verteidigung, mit gut entwickelten Sinnen, und stellt fest, er stehe „an Schärfe und Leistungsfähigkeit den anderen Varietäten nicht nach“ (S. 200). Das dichte, weiche Haar schütze ihn im Dornengestrüpp und sei für Regen undurchlässig, zur Wasserarbeit sei er besonders veranlagt, auf der Schweißfährte komme ihm seine hervorragende Nase zustatten. Und dann der Satz, der ihn von den anderen beiden Haararten trennt: Der langhaarige Dachshund „eignet sich weniger zur Arbeit unter der Erde, weil Sand und Schmutz zu fest in der Behaarung haften bleiben, dagegen vorzüglich zur Stöber- und Wasserjagd“ (S. 201). Nicht Bauart und Temperament sprechen bei Strebel gegen den Bau, sondern das Haar.
Quelle: Richard Strebel (1905), Band 2, S. 199 bis 201. Vollständige Quellenangabe siehe Quellen.
Die Entstehung der Rasse
Der Dachshund ist seit dem Mittelalter bekannt. Aus Bracken wurden fortlaufend Hunde gezüchtet, die für die Jagd unter der Erde geeignet waren, und aus diesen niederläufigen Hunden kristallisierte sich der Dachshund heraus. So fasst es der FCI-Standard in seinem geschichtlichen Abriss zusammen. Gezüchtet wurde auf die Arbeit im engen Bau: kurze, kräftige Läufe, ein langer, schmaler Kopf, ein Brustkorb, der noch durch eine Röhre passt, und ein Hund, der dort unten ohne jede Ansage allein zurechtkommt.
Eine eigene Rasse ist der Langhaar nicht. Er ist eine von drei Haararten, neben dem Kurzhaardackel und dem Rauhaardackel, die es jeweils in drei Größen gibt, und daraus ergeben sich in der Zählung der FCI neun Varietäten. Beschrieben wird hier der Standardteckel im langen Haar. Das Farbmuster gefleckt bringt eigene Zuchtfragen mit und bekommt mit dem Tigerdackel ein eigenes Portrait.
Auf der Vereinsseite nennt der Standard den Deutschen Teckelklub von 1888 als den ältesten Zuchtverein für Teckel. Daneben führte die langhaarige Varietät um 1900 ein eigenes Stammbuch mit eigenem Klub, dessen Vorstand oben schon zu Wort kam. Strebel sah sie damals gerade dabei, der kurzhaarigen Konkurrenz zu machen. Gut hundert Jahre später ist aus dem Nebenschlag eine der drei gängigen Haararten geworden.
Der heute gültige Standard wurde am 25. Mai 2021 veröffentlicht. Weder eine Widerristhöhe noch ein Gewicht legt er fest, gemessen wird stattdessen der Brustumfang, frühestens mit fünfzehn Monaten, und daran hängt die Einteilung in die drei Größen. Wie viele Langhaardackel es gibt, lässt sich nicht sagen: Die Welpenstatistik des VDH weist für das Berichtsjahr 2024 zwar 4.788 Teckelwelpen aus, führt sie aber als eine einzige Position ohne Trennung nach Größe und Haarart (Berichtsangabe).
Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung
Bei dieser Varietät fällt die Verwendung mit dem Haar auseinander. Der Körper taugt für die Röhre, das Haar nicht: Sand und feuchte Erde bleiben darin hängen, und Strebel zieht daraus 1905 die praktische Folgerung, ihn oben einzusetzen. Der Standard von 2021 zählt dieselben Felder auf, wenn er die Leistungen über der Erde nennt, nämlich das spurlaute Jagen, das Stöbern und die Schweißfährte.
Dieser Arbeitsplatz sieht anders aus als eine Röhre. Der Hund zieht durch dichten Bewuchs, durch Schilf und durch Wasser, meist vor dem Jäger und selten in Reichweite, über Stunden und bei jedem Wetter. Er sucht nicht ein Loch ab, sondern eine Fläche, und er muss dabei ständig neu entscheiden, wo es weitergeht. Genau dafür braucht er die Nase, das Fell und die Ausdauer, die Strebel und der Standard ihm bescheinigen.
Daran hat sich nichts geändert, auch dort nicht, wo nie gejagt wird. Wer einen Langhaardackel hält, hält einen Jagdhund, gleich wofür er ihn angeschafft hat.
Was diese Rasse heute prägt
Im Alltag fällt zuerst die Nase auf. Sie arbeitet tief, weil dieser Kopf ohnehin knapp über dem Boden hängt, und sie arbeitet früher als jede Ansprache. Er hat die Witterung, während sein Mensch noch überlegt, ob hier etwas ist.
Die zweite Auffälligkeit ist, wohin er damit geht. Nicht an ein Loch, sondern in die Fläche: in die Hecke am Feldrand, in das Brennnesseldickicht am Graben, ins Schilf. Wasser hält ihn nicht auf. Er arbeitet dabei vor dem Menschen, nicht neben ihm, und er meldet über den Laut, was er hat. Aufhören gehört nicht dazu. Eine Spur trägt ihn, so lange sie trägt, und was von außen wie ein Erziehungsmangel aussieht, ist die Ausdauer, die der Standard ihm zuschreibt.
Der dritte Punkt ist die Bindung. Strebel nennt ihn bei guter Erziehung treu und anhänglich, und das ist im Alltag der Hebel: Dieser Hund arbeitet gern mit seinem Menschen, wenn er dabei etwas zu tun bekommt. Bekommt er nichts, sucht er sich die Arbeit selbst, und finden wird er sie.
Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben
Fahnenrute, Befederung, der weiche Blick unter dem überhängenden Behang: Wer diesen Hund zum ersten Mal sieht, rechnet mit einem gemütlichen Begleiter, der abends auf der Decke liegt und tagsüber mitläuft. Strebel hat 1905 das Gegenteil aufgeschrieben, und der Standard nennt ihn heute passioniert und ausdauernd.
Draußen zeigt sich das, und zwar für alle sichtbar. Dieser Hund verschwindet nicht in einem Bau, den ohnehin niemand betritt, er geht dort in Arbeit, wo andere spazieren gehen. Sein Laut gehört dazu: Im Revier ist er das Mittel, mit dem der Hund seinen Standort durchgibt, zwischen Wohnhäusern ist er ein Thema für sich.
Und dann das Haar. Es nimmt auf, was der Hund durchquert: nasse Erde, Kletten, Grannen, Schilfstücke. Wer ihn arbeiten lässt, hat hinterher Arbeit. Wer ihm die Arbeit erspart, um das Haar zu schonen, handelt sich das andere Problem ein, und das ist das größere.
Der dritte Punkt überrascht die meisten. Im Haus ist dieser Hund anhänglich und sucht die Nähe, und daraus wird leicht der Schluss, er werde sich draußen ebenso an seinem Menschen ausrichten. Das eine folgt aber nicht aus dem anderen. Nähe im Wohnzimmer und Orientierung im Schilf sind zwei verschiedene Dinge, und das zweite entsteht nur, wenn man es aufbaut.
Anforderungen, die diese Rasse stellt
Was diesem Hund fehlt, sobald nicht gejagt wird, ist die Strecke, und das trifft den jagdlich geführten Hund zwischen den Einsätzen ebenso wie den, der nie ins Revier kommt. Er ist darauf gebaut, weit vor seinem Menschen in Bewuchs zu gehen, den er selbst nicht überblickt, dort etwas zu finden und den Rückweg mit dem Fund im Fang allein zu bewältigen. Dieses Hin und Zurück ist die eigentliche Leistung, nicht das Finden. Dafür ist die freie Verlorensuche beim Apportieren gemacht, in der Deckung und, weil es dieser Hund ist, auch am Wasser. Was eine solche Aufgabe leistet, steht im Sachthema Jagdverhalten.
Das Fell verlangt eigenen Aufwand. Bürsten gehört zur Woche, nach nassen und dichten Wegen auch zum Tag, und Befederung, Behang und Fahnenrute wollen dabei einzeln durchgesehen werden.
Die Wohnung verlangt eine Entscheidung. Ein Hund mit diesem Bodenabstand und dieser Rückenlänge braucht Wege, auf denen er nicht springen muss: Rampe statt Sprung ins Auto, Treppen im Zweifel getragen, und beim Sofa eine Regel, die immer gilt. Bewegung braucht er trotzdem jeden Tag, denn ein geschonter Rücken ist kein starker Rücken, und Muskeln entstehen nicht im Körbchen. Und er braucht einen Menschen, der ruhig bleibt, während der Hund gerade fest davon überzeugt ist, dass es woanders lang geht.
Gesundheit im Blick
Alles andere ordnet sich beim Dackel dem Rücken unter. Hinter dem Bandscheibenvorfall steht die Chondrodysplasie: Dieselbe Anlage, die die Läufe kurz hält, verändert auch die Zwischenwirbelscheiben und lässt sie früher verschleißen. In der größten vorliegenden Erhebung reichen die Werte der sechs erfassten Varietäten von 7,1 bis 24,4 Prozent betroffener Hunde. Der Standard-Langhaar liegt darin mit 12,6 Prozent im unteren Bereich, sein Abstand zur günstigsten Varietät ist statistisch aber nicht gesichert. Entlastet ist er damit nicht, die Anlage trägt er wie jeder Dackel.
Bei den drei Zwergvarietäten kommt eine erbliche Netzhauterkrankung dazu, für die ein Gentest vorliegt, das betrifft auch den Zwerglanghaar. Für den Standardteckel im langen Haar, den dieser Text beschreibt, liegen zu den Augen keine geprüften Rassezahlen vor.
Die Lebenserwartung ist hoch. Der Median liegt bei rund 13,2 Jahren und damit über dem Wert, den dieselbe Auswertung für kleine Rassen insgesamt ausweist, nämlich 12,7 Jahre. Die Erhebung schlüsselt nicht nach Haararten auf.
Zur Qualzuchtfrage
Was Qualzucht rechtlich bedeutet und was das Gutachten von 1999 wert ist, steht im Sachthema Qualzucht.
Zur Debatte steht der Körperbau. Das Haar spielt darin keine Rolle, die Farbe ebenso wenig, und wer hier über die langen Fahnen spricht, redet am Thema vorbei. Verlangt wird im Standard ein Bodenabstand von etwa einem Drittel der Widerristhöhe und eine Körperlänge in harmonischem Verhältnis dazu. Die Übertreibung dieser Form steht dort nicht als Zuchtziel, sondern unter den schweren Fehlern: „Schwächliche, hochläufige oder am Boden schleppende Gestalt“, „Senkrücken, Karpfenrücken“, „Zu schwacher Brustkorb“. Der Standard schließt mit dem Satz, nur funktionell und klinisch gesunde Hunde sollten zur Zucht Verwendung finden.
Im Qualzuchtgutachten von 1999 ist der Teckel unter der Chondrodysplasie namentlich aufgeführt, mit einer starken Disposition zu frühzeitigen Fehlbildungen der Zwischenwirbelscheiben. Ein Zuchtverbot spricht das Gutachten nicht aus, es formuliert eine Empfehlung: „Tiere mit sehr langem und geradem Rücken und ausgeprägter Kurzbeinigkeit neigen besonders zur Diskopathie. Eine Zucht gegen diese Merkmalsausprägung ist daher anzustreben.“
Bleibt die Frage, was das für diese eine Varietät bedeutet, und da wird die Grundlage dünn. 12,6 Prozent betroffene Hunde nennt die größte Halterbefragung für den Standard-Langhaar, gerechnet auf 127 Tiere, und damit weniger als über alle erfassten Dackel hinweg. Gesichert ist der Abstand nach unten aber nicht. Für eine Entlastung reicht die Zahl deshalb nicht, für eine Anklage ebenso wenig. Sie ordnet eine Varietät innerhalb einer Rasse ein, deren Anlage jede von ihnen trägt.
↓ Belege im aufklappbaren Abschnitt
Zahlen und Studien zur Gesundheit
Wie oft der Bandscheibenvorfall vorkommt. Die Halterbefragung DachsLife 2015 wertete 1.975 Hunde aus, 310 davon mit Bandscheibenvorfall, das sind 15,7 Prozent (14,1 bis 17,3).[1] Für den Standard-Langhaar nennt sie 12,6 Prozent, also 16 von 127 Hunden, mit einem Odds Ratio von 1,87 (0,92 bis 3,81) gegenüber dem Standard-Rauhaar als Bezugsgruppe. Das Intervall schließt die 1 ein, der Unterschied ist damit nicht gesichert. Über alle sechs erfassten Varietäten reichen die Werte von 7,1 Prozent beim Standard-Rauhaar bis 24,4 Prozent beim Standard-Kurzhaar. Die Teilnehmer meldeten sich selbst, die Erhebung ist ein Querschnitt.
Woher die Anlage kommt. Hinter der Chondrodysplasie steht ein zusätzlich ins Erbgut eingebautes FGF4-Retrogen auf Chromosom 12. Für Hunde, die es tragen, errechnet die Arbeitsgruppe eine rund 51-mal höhere Chance einer Bandscheibendiagnose (Odds Ratio 51,23, 46,69 bis 56,20).[2] Gerechnet ist dieser Wert über mehrere Rassen hinweg, für den Dackel allein gilt er nicht. Ein Gentest ist verfügbar und macht die Anlage in der Zucht sichtbar.
Womit die Diagnose sonst noch zusammenfiel. Bei Hunden mit weniger als 30 Minuten Bewegung am Tag war die Chance einer Bandscheibendiagnose erhöht, bei mehr als einer Stunde verringert.[1] Dasselbe Bild ergab sich bei eingeschränktem Zugang zu Möbeln, mit steigendem Alter und nach Kastration. Alle Angaben stammen aus einem einzigen Erhebungszeitpunkt, was die Richtung offenlässt: Ein Hund kann sich auch deshalb wenig bewegen, weil sein Rücken bereits Probleme macht.
Lebenserwartung. Eine Überlebenszeitanalyse an 584.734 britischen Hunden kommt für den Dachshund auf einen Median von 13,2 Jahren (13,0 bis 13,5), der Zwergteckel liegt bei 14,0 Jahren.[3] Gegenüber Mischlingen, die in derselben Auswertung 12,0 Jahre erreichen, entspricht das einem Hazard Ratio von 0,77. Für kleine Rassen insgesamt weist dieselbe Arbeit 12,7 Jahre aus.[3] Eine Aufschlüsselung nach Haararten enthält sie nicht, alle genannten Werte gelten dem Dachshund als Ganzes. Grundlage sind britische Hunde, für den deutschen Bestand ist die Zahl eine Näherung.
Quellen: [1] Packer und andere (2016), DachsLife 2015, Canine Genetics and Epidemiology (Volltext frei). [2] Brown und andere (2017), FGF4 retrogene on CFA12 is responsible for chondrodystrophy and intervertebral disc disease in dogs, PNAS (Volltext frei). [3] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds, Scientific Reports, Supplementary Table S3 (Volltext frei).
Die Methode bei dieser Rasse
Uferweg am Weiher, Graben hinter dem Feld, Hecke am Radweg, Bach im Wald: An einem gewöhnlichen Nachmittag findet ein Langhaardackel mehr Stellen, an denen er hineinwill, als sich üben lassen. Wer sie eine nach der anderen durchgehen will, hat sich etwas vorgenommen, das nicht zu schaffen ist. Er muss es auch nicht.
Denn der Hund behandelt diese Stellen nicht einzeln. Fichtlmeier beschreibt, wie ein Hund ein Symbol von sich aus verallgemeinert: Was an einer Stelle eine feste Bedeutung bekommen hat, überträgt er auf das Nächste, das ihm ähnlich vorkommt (Fichtlmeier, Grunderziehung für Welpen, 2026, S. 72 bis 77). Am Weiher heißt das: Geübt wird nicht der Weiher, sondern das Zeichen, mit dem dort die Arbeit beginnt. Steht es, nimmt er es mit an den Graben, an die Hecke, an den Bach.
Und hier liegt der Haken. Übertragen wird alles, auch das, was man nicht mitgeben wollte. Galt das Zeichen zweimal und beim dritten Mal nicht, weil im Schilf Enten saßen und es plötzlich eilte, dann hat es eine neue Bedeutung, und auch die reist mit. Ein Symbol muss heute dasselbe bedeuten wie morgen, sonst hat der Hund kein unsicheres Zeichen an einer Stelle, sondern ein unsicheres Zeichen überall. Bei Fichtlmeier heißt das Kapitel dazu „Gelungene Kommunikation“, nachzulesen in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung.
Kurz zusammengefasst
- Die Spanielthese bestreitet Strebel 1905 mit einem züchterischen Argument: Wäre Wachtelhundblut im Spiel, wäre das Weiß durchgeschlagen.
- Aus der Erde hält ihn nicht sein Wesen, sondern sein Haar. Sein Arbeitsplatz liegt oben, im Dichten und im Wasser.
- Wer ihn nach dem Fell einschätzt, liegt daneben. Darunter steckt ein Jagdhund, der vorausgeht und seinen Standort über den Laut durchgibt.
- Beim Rücken zählt die Anlage, nicht die Varietät. Von 7,1 bis 24,4 Prozent reicht die Spanne unter den Dackeln, der Langhaar liegt bei 12,6.
- Geübt wird nicht der einzelne Ort. Der Hund überträgt ein Zeichen selbst auf den nächsten, und zwar samt seiner Verlässlichkeit.
Empfehlung
Für die Erziehung und Ausbildung des Langhaardackels passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:
Bücher: Die Prägung des Jagdhundwelpen, Grunderziehung für Welpen, Suchen und Apportieren und Die Ausbildung des Jagdhundes.
Onlinekurse:
- Jagdhundeausbildung Grundlagen
- Apportieren für Jagdhunde
- Spurarbeit und Apport am Wasser
- SP Mantrailing für Jagdhunde
- Das Geheimnis der Spurensuche
- Der Paradigmenwechsel
Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.
Belege und Quellen
Zeitgenössische Quelle
Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, Kapitel „Der langhaarige Dachshund“, S. 199 bis 201, sowie die Zeichnung auf S. 200. Alle Zitate und Seitenzahlen wurden am 12. August 2026 am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Bildunterschrift im Original
Unter der Zeichnung auf S. 200 steht: „‚Hansel‘, Bes.: R. Rudhart-Bamberg und ‚Buschbold‘, Bes.: M. C. Müller-Massanei.“ Welcher Hund welcher ist, löst Strebel auf S. 201 auf: Buschbold steht, Hansel liegt.
Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 148, Publikationsdatum 25. Mai 2021, deutsche Sprachfassung vom 14. März 2022. Gruppe, Verwendung, Haarkleid, Farben und der geschichtliche Abriss stammen daraus. Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund, reale Tiere weichen je nach Linie ab.
Größen im Standard
Der Standard nennt weder Widerristhöhe noch Gewicht, sondern allein den Brustumfang, gemessen frühestens mit fünfzehn Monaten. Teckel: Rüden über 37 bis 47 cm, Hündinnen über 35 bis 45 cm. Zwergteckel: Rüden über 32 bis 37 cm, Hündinnen über 30 bis 35 cm. Kaninchenteckel: Rüden 27 bis 32 cm, Hündinnen 25 bis 30 cm.
Körperbau im Standard
Abschnitt Wichtige Proportionen sowie die schweren Fehler und das N.B. am Ende. Von dort stammen der Bodenabstand von etwa einem Drittel der Widerristhöhe, die zitierten Fehlerpunkte und der Satz zur Zuchtverwendung.
Welpenzahlen
Welpenstatistik des VDH, Berichtsjahr 2024 (Berichtsangabe). Die Statistik führt den Teckel als eine einzige Position über alle drei Größen und alle drei Haararten. Ein Wert allein für den Langhaar lässt sich daraus nicht ablesen, auch kein Anteil an der Gesamtzahl.
Rechtslage
Tierschutzgesetz Paragraph 11b. Zur Auslegung: Gutachten zur Auslegung von Paragraph 11b, Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht im Auftrag des BML, 2. Juni 1999, Chondrodysplasie in Abschnitt 2.1.1.1.3, S. 18 bis 20. Offizielle Seite des BMLEH (Berichtsangabe).
Methodenelement Symbolik
Anton Fichtlmeier, „Grunderziehung für Welpen“, Kosmos, Stuttgart 2026, Kapitel „Kommunikation zwischen Mensch und Hund“, Abschnitt „Gelungene Kommunikation“, S. 73 bis 77. Von dort stammen die Bestimmung des Symbols als Signal mit festem Bedeutungsinhalt und der Hinweis, dass der Symbolwert eines Signals nicht aufgelöst werden darf.
Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.
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