
Das erwartet dich
- Aus welchem Hund der Dackel geschaffen wurde und wer ihn zuerst beschrieben hat
- Warum ein Zeitzeuge von 1905 für die Erziehung dieses Hundes zu Ruhe und Beharrlichkeit riet
- Welches Maß bei ihm über die Zucht entscheidet und warum es nicht seine Größe ist
- Wo die Verständigung über seine Farbe regelmäßig auseinandergeht
- Welche Frage der Körperbau aufwirft, rechtlich und in der Sache
Film
Verschaff dir im Film einen ersten Eindruck, bevor es in die Geschichte des Kurzhaardackels geht.

Illustration: Richard Strebel, acht Dachshunde im Vergleich, römisch I bis VIII. Strebel zeigt daran, wie Hinterhandstellung und Brusttiefe den Eindruck der Körperlänge verändern. Aus: „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905 (Gemeinfrei).
Kurzbeschreibung
Der Kurzhaardackel ist ein niedriger, langgestreckter und dabei kompakter Hund, sehr muskulös, mit tiefer Brust und kurzen, kräftigen Läufen. Sein Haar ist kurz, dicht, glänzend und liegt glatt an, es fühlt sich fest und hart an und lässt nirgends unbehaarte Stellen. Die Fellpflege beschränkt sich auf gelegentliches Bürsten. Die Ohren hängen hoch angesetzt und abgerundet an der Wange, der Ausdruck ist wach und keck herausfordernd. Denselben Bau tragen der Rauhaardackel und der Langhaardackel, sie unterscheiden sich im Haar, nicht im Körper. Im Wesen ist er passioniert, ausdauernd, feinnasig und flink, freundlich, aber mit ausgeprägtem eigenem Willen. Von den sechs in einer britischen Erhebung untersuchten Dackelvarietäten ist er die am häufigsten von Bandscheibenvorfällen betroffene.
Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde
„Der populärste aller deutschen Hunde ist heute ohne Zweifel der Teckel“, schreibt Richard Strebel 1905 zu Beginn seines Dachshundkapitels (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 175). Seine Herkunft hält er in einem Satz fest: „Unser Teckel ist aus der Bracke geschaffen worden“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 177). Aus dem ausdauernden, spurlaut jagenden Laufhund also, verkleinert und in den Bau geschickt.
Wie dieser Hund um die Mitte des 19. Jahrhunderts aussah, entnimmt Strebel dem Naturforscher Reichenbach, der 1836 acht Dachshundformen unterschied. Den „eigentlichen Dachshund“ beschreibt Reichenbach so: „Kopf groß mit platter Stirn und langer Schnautze, Leib sehr lang, Beine sehr kurz und verdreht, Ruthe dick; Haar kurz und glatt, glänzend schwarz“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 180). Der Kurzhaarige ist hier die Grundform, von der aus alles andere beschrieben wird, und Strebel hält es genauso: Sein Kurzhaarkapitel auf den Seiten 190 bis 198 trägt die Rassemerkmale für alle drei Haararten, Rauhaar und Langhaar bekommen danach je eine Seite für ihre Abweichungen.
Namentlich fassbar wird die Zucht bei Strebel über die roten Stämme, die um 1900 den Ton angaben. Er nennt Hunde wie „Pumpernickel 3248″, „Monsieur Schneidig 588″ und „Hundesports Waldmann 37″ und die Zwinger, aus denen sie kamen (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 181 bis 183). Zwei davon stehen auf seiner Farbtafel, gemalt hat er sie selbst.
Am deutlichsten wird er beim Wesen, und dieser Absatz steht im Kurzhaarkapitel: „Es gibt nicht leicht eine Rasse, die der Erziehung soviel passiven Widerstand entgegensetzt, wie der Dackel. Es ist unglaublich, wie erfinderisch er im Ausklügeln von Taten ist, die gerade das Entgegengesetzte von dem sind, was von ihm verlangt wird.“ Die Erziehung erfordere deshalb „große Sorgsamkeit, die in unerschütterlicher Ruhe und Beharrlichkeit bestehen muß, mit Hieben ist nicht viel bei ihm zu wollen“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 190). Wer heute im Freundeskreis nach Dackelgeschichten fragt, hört dieselbe Beobachtung in anderen Worten. Ein Beleg dafür, dass sich am Hund nichts geändert hat, ist das nicht, wohl aber ein Hinweis darauf, dass dieser Zug nicht erst von heutigen Haltern hineingedeutet wurde.
Quelle: Richard Strebel (1905), Band 2, S. 175 bis 198. Vollständige Quellenangabe siehe Quellen.
Die Entstehung der Rasse
Bis dieser Hund einen Rassenamen trug, vergingen Jahrhunderte. In den alten Jagdbüchern trägt er stattdessen eine Tätigkeit. Strebel zitiert Flemming, der 1719 im „Vollkommenen Teutschen Jäger“ von „Erd-Hündlein als Schlieffer oder Kriecher“ spricht und sie „die Zwerge aller anderen Hunde“ nennt (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 178). Ein Vierteljahrhundert später widmet Döbel in der „Jäger-Practica“ von 1746 dem Thema ein eigenes Kapitel: „Vom Dachs-Kriecher oder Dachs-Schlieffer“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 183). Der Name folgt hier der Arbeit, nicht dem Aussehen.
Aus dieser Gebrauchsform wurde im 19. Jahrhundert eine Rasse mit Zuchtbuch, Standard und Verein. Als ältesten Zuchtverein für Teckel nennt der Rassestandard den Deutschen Teckelklub 1888. Wie genau man das Prüfungswesen um 1900 fasste, zeigt ein anderer Verein: Strebel druckt die Bestimmungen des Dachshund-Klubs mit Sitz in München im Wortlaut ab und füllt damit vier Seiten, von der Anlage im Bau über den Laut bis zur Bewertung der Arbeit über der Erde (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 184 bis 187). Schon dort steht der Kunstbau als Übungsanlage neben dem Naturbau, weil sich Hunde darin „unter ganz gleichmäßigen Verhältnissen auf Leistungen prüfen und beurteilen“ ließen (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 184). Das Prüfungswesen der Rasse ist damit so alt wie ihre Vereinszucht.
Erst danach entstehen die kleineren Schläge. Strebel hält fest, dass Zwerg- und Kaninchenteckel „in neuester Zeit“ für den Kaninchenbau gezogen wurden, also für eine engere Röhre und ein anderes Wild (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 188). Diese Aufteilung steht bis heute im Rassestandard, der den Dachshund in drei Größen und drei Haararten führt und daraus neun Varietäten macht. Alle drei Größen gibt es auch in Kurzhaar.
Zahlenmäßig steht die Rasse weit oben. Im Berichtsjahr 2024 wurden nach der Welpenstatistik des VDH 4.788 Teckelwelpen eingetragen, mehr trug nur der Deutsche Schäferhund ein (Berichtsangabe). Wie viele davon Kurzhaar sind, gibt die Statistik nicht her.
Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung
Die Arbeit unter der Erde bestimmt alles an diesem Hund. Der Dackel schlieft in einen Bau, den er nicht überblickt, arbeitet sich durch Röhren, in denen er nicht wenden kann, und trifft dort auf Dachs oder Fuchs. Er soll das Wild finden, es stellen und verbellen oder es aus dem Bau drängen. Der Mensch bleibt oben und hört bestenfalls, wo der Hund gerade steht. Es gibt keine Ansage, kein Nachfassen, keine Korrektur. Was im Bau entschieden wird, entscheidet der Hund. Deshalb misst der Rassestandard bei ihm auch keine Widerristhöhe und kein Gewicht, sondern den Brustumfang: Die Röhre gibt nicht nach, der Hund muss hindurchpassen.
Über der Erde kam die Brackenarbeit dazu. Der Rassestandard führt den Dachshund bis heute als „Jagdhund über und unter der Erde“ und nennt ausdrücklich das spurlaute Jagen, das Stöbern und die Arbeit auf der Schweißfährte. Wie sich die Führung heute auf diese Felder verteilt, ist nicht erhoben. Daneben lebt ein großer Teil der Hunde ohne jede Jagd. An den Anlagen ändert das nichts. Sie sind nicht an die Jagd gebunden, sondern an den Hund, und sie melden sich, ob es einen Bau gibt oder nicht.
Was diese Rasse heute prägt
Ein Hund, der im Dunkeln allein arbeiten musste, wartet nicht auf Rückfrage. Der Kurzhaardackel prüft eine Lage, kommt zu einem Ergebnis und handelt danach, und zwar bevor sein Mensch überhaupt bemerkt hat, dass etwas zu klären war. Das ist keine Sturheit, sondern die Anlage, die ihn im Bau am Leben gehalten hat: Wer dort abwartet, kommt nicht weiter.
Dazu kommt die Ausstattung der Bracke. Die Nase arbeitet tief und ausdauernd, eine Spur hält ihn über lange Strecken, und er meldet, was er findet, mit einer Stimme, die man einem Hund dieser Größe nicht zutraut. Er ist wachsam, zeigt an und lässt sich vom Anzeigen nur schwer wieder abbringen. Und er ist mutig bis an die Grenze der Unvernunft, weil ein Hund, der vor dem Dachs zurückweicht, für diese Arbeit nie gezogen worden wäre. Im Alltag heißt das: Er geht auf Dinge zu, vor denen andere Hunde ausweichen.
Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben
Das kurze Fell macht den ersten Eindruck. Es haart wenig auffällig, braucht keinen Trimmer und keine Termine, und wer einen genügsamen Hund für eine volle Woche sucht, landet schnell beim Kurzhaardackel. Dazu kommt das Bild, das die Rasse über Jahrzehnte in Werbung und Postkarten abgegeben hat: der gemütliche Begleiter, der im Korb liegt und mit muss, wenn Besuch kommt. Der Schluss auf einen anspruchslosen Hund liegt nahe, und er hält der Wirklichkeit nicht stand.
Schon bei der Farbe geht die Verständigung auseinander. Viele Halter nennen ihren Hund braun, weil er braun aussieht. Bei den einfarbigen Kurzhaarteckeln kennt der Standard aber nur ein Wort, nämlich rot, und das deckt alles ab vom hellen Gelbrot bis zum tiefen Dunkelrot. Braun meint dort etwas anderes, nämlich die Grundfarbe eines zweifarbigen Hundes mit Brand. Wer wissen will, was er hat, sieht auf den Nasenschwamm: Bei rot ist er schwarz, bei brauner Grundfarbe braun.
Die eigentliche Reibung beginnt draußen. Eine Wildspur im Feldrand ist für diesen Hund kein Reiz unter vielen, sondern die Arbeit, auf die er gezogen wurde, und er nimmt sie auf, ohne zu fragen. Er ist dabei leise auf den ersten Metern und laut auf den nächsten, und beides erreicht seinen Menschen erst, wenn er schon weg ist. Zurück kommt er, wenn er fertig ist.
Die zweite Reibung entsteht drinnen. Er zeigt an, was er wahrnimmt, und er tut das mit Stimme. Klingel, Treppenhaus, Katze auf der Mauer: Der Hund meldet, weil Melden zu seiner Arbeit gehört. Und die dritte betrifft den Umgang. Er nimmt Absprachen nicht als gegeben hin, sondern prüft sie nach, jedes Mal aufs Neue. Wer heute anders reagiert als gestern, bekommt keinen unsicheren Hund, sondern einen, der die Sache für offen hält und weiter verhandelt.
Anforderungen, die diese Rasse stellt
Ein Kurzhaardackel verlangt zuerst Zeit für den Kopf, nicht für die Beine. Wer ihn jagdlich führt, hat das Problem nur zeitweise gelöst: Baujagd und Stöberbetrieb fallen an wenigen Tagen im Jahr an, dazwischen liegen Monate. Wer ihn ohne Jagd hält, hat es das ganze Jahr. Was in dieser Zeit brachliegt, ist das Selbstentscheiden in der Enge, also vorgehen oder abbrechen, ohne dass jemand daneben steht und es ihm abnimmt. Diesen Teil nimmt die freie Verlorensuche beim Apportieren auf. Als zweite Aufgabe trägt die Personensuche den anderen Teil, nämlich eine Spur zu halten gegen alles, was daneben liegt. Was diese beiden Aufgaben ohne Revier leisten, steht im Sachthema Jagdverhalten.
Dazu kommt Konsequenz, und zwar über Jahre statt über ein Vierteljahr. Weil er Absprachen nachprüft, kostet jedes Nachgeben im Alltag dieselbe Regel ein zweites Mal.
Körperlich braucht er weniger Schonung, als viele denken, aber die richtige. Täglich ausreichend Bewegung ist für den Rücken günstiger als ständige Zurückhaltung, das Gewicht gehört im Blick behalten, und Sprünge aus der Höhe sowie Treppen lassen sich mit etwas Planung reduzieren. Wohnung oder Haus spielt kaum eine Rolle, Zeit und Beharrlichkeit sehr wohl.
Gesundheit im Blick
Das zentrale Gesundheitsthema dieser Rasse ist der Bandscheibenvorfall. In der größten Halterbefragung zum Dackel liegt der kurzhaarige Standardteckel mit 24,4 Prozent an der Spitze aller dort erfassten Varietäten, bei einer Gesamtprävalenz von 15,7 Prozent. Ursache ist die vererbte Chondrodysplasie, also die Umformung der Gliedmaßen, die den Hund erst in den Bau gebracht hat und zugleich die Zwischenwirbelscheiben früh verändert. Betroffen ist meist die Brust- und Lendenwirbelsäule, die Folgen reichen von Schmerz bis zur Lähmung der Hinterhand.
Die mediane Lebenserwartung liegt nach der größten britischen Auswertung bei rund 13,2 Jahren. Für eine kleine Rasse ist das ein guter Wert, der Median aller kleinen Rassen in derselben Arbeit liegt darunter. Beim Gewicht lohnt der Blick, weil Übergewicht die Wirbelsäule zusätzlich belastet. Zu weiteren Themen liegen für den kurzhaarigen Standardteckel keine belastbaren Rassezahlen vor, auch nicht zu den Augen.
Zur Qualzuchtfrage
Warum kurze Läufe und langer Rücken nicht nur den Dackel betreffen und was Qualzucht rechtlich bedeutet, steht im Sachthema Qualzucht.
Der Streit um den Dackel betrifft nicht seine Farbe, sondern seinen Bau. Sein Körper ist das Ergebnis einer Erbanlage, die die Röhrenknochen verkürzt und den Rücken im Verhältnis lang erscheinen lässt. Dieselbe Anlage, die ihn in den Bau passen ließ, verändert die Zwischenwirbelscheiben früher als bei normal gebauten Hunden. Was das Farbmuster gefleckt an eigenen Zuchtfragen mitbringt, steht im Portrait zum Tigerdackel.
Der Rassestandard verlangt die extreme Ausprägung ausdrücklich nicht. Er nennt sie im Gegenteil unter den schweren Fehlern: „Schwächliche, hochläufige oder am Boden schleppende Gestalt“, „Senkrücken, Karpfenrücken“ und „Zu schwacher Brustkorb“. Als Proportion gibt er einen Bodenabstand von etwa einem Drittel der Widerristhöhe vor, der Hund soll also gerade nicht flach über dem Boden liegen. Und er schließt mit dem Satz, nur funktionell und klinisch gesunde Hunde sollten zur Zucht Verwendung finden. Das Problem liegt nicht im Wortlaut des Standards, sondern in dem, was in der Zucht und in der Nachfrage daraus wird.
Das Qualzuchtgutachten von 1999 führt den Teckel unter der Chondrodysplasie namentlich auf und hält fest, dass chondrodysplastische Rassen, insbesondere der Teckel, eine starke Disposition zu frühzeitigen Fehlbildungen im Bereich der Zwischenwirbelscheiben zeigen. Ein Zuchtverbot spricht es für die Rasse nicht aus. Es empfiehlt, gegen die Merkmalskombination aus sehr langem, geradem Rücken und ausgeprägter Kurzbeinigkeit zu züchten.
Für diese eine Varietät wird die Sache konkret. In der größten Halterbefragung steht der Standard-Kurzhaar an der Spitze aller sechs erfassten Varietäten: 24,4 Prozent betroffene Hunde, gerechnet auf 201 Tiere, gegenüber 7,1 Prozent beim Standard-Rauhaar. Der Abstand läuft dabei weder entlang der Haarart noch entlang der Größe, das Zwergrauhaar liegt oben, das Standard-Rauhaar unten. Woran es liegt, sagt die Erhebung nicht; sie zählt, sie erklärt nicht.
Wer daraus welche Schlüsse zieht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Sachlage ist, dass der Standard gegen die extreme Form spricht, das Gutachten gegen die Merkmalskombination, und dass beides seit über zwei Jahrzehnten nebeneinander steht.
Die Zahlen zu dieser Varietät und ihre Einschränkungen stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“.
Zahlen und Studien zur Gesundheit
Bandscheibenvorfall nach Varietät. Die Erhebung DachsLife 2015 wertete 1.975 Hunde aus 2.031 Fragebögen aus und zählte 310 Fälle. Der Standard-Kurzhaar liegt mit 24,4 Prozent an der Spitze, 49 von 201 Hunden, das Odds Ratio gegenüber dem Standard-Rauhaar als Bezugsgruppe beträgt 4,19 (2,35 bis 7,47). Der Zwergkurzhaar kommt auf 17,1 Prozent, 127 von 744 Hunden, die Gesamtprävalenz auf 15,7 Prozent (14,1 bis 17,3).[1]
Wie belastbar diese Zahlen sind. Die Teilnahme war freiwillig, es ist keine Zufallsstichprobe. Halter betroffener Hunde nehmen an solchen Erhebungen erfahrungsgemäß eher teil, die Prävalenz kann dadurch zu hoch ausfallen. Für den Vergleich der Varietäten untereinander wiegt das weniger schwer, weil die Verzerrung alle Gruppen gleichermaßen trifft. Der Kaninchenteckel ist nicht erfasst, die Erhebung unterscheidet nur Standard und Zwerg.[1]
Die erbliche Anlage. Hinter der Kurzbeinigkeit steht ein FGF4-Retrogen auf Chromosom 12. In einer rassenübergreifenden Auswertung ist es mit einem Odds Ratio von 51,23 (46,69 bis 56,20) für einen Bandscheibenvorfall verbunden, die Chance einer Diagnose liegt also rund 51-mal höher.[2] Der Wert ist über mehrere chondrodysplastische Rassen hinweg gerechnet und kein Rassewert für den Dackel.
Bewegung und weitere Faktoren. In derselben Dackelerhebung war weniger als 30 Minuten Bewegung am Tag mit einer erhöhten, mehr als eine Stunde mit einer verringerten Chance eines Bandscheibenvorfalls verbunden. Erhöht war sie außerdem bei eingeschränktem Zugang zu Möbeln, mit steigendem Alter und nach Kastration. Es handelt sich um eine Querschnittserhebung, Ursache und Folge lassen sich daraus nicht trennen.[1]
Lebenserwartung. Die größte britische Auswertung mit 584.734 Hunden gibt für den Dachshund ein medianes Überleben von 13,2 Jahren an (13,0 bis 13,5), bei einer Hazard Ratio von 0,77 gegenüber Mischlingen, die dort auf 12,0 Jahre kommen. Der Miniature Dachshund liegt bei 14,0 Jahren. Nach Haararten ist die Auswertung nicht aufgeschlüsselt, der Wert gilt für die Rasse insgesamt.[3]
Einordnung nach Größenklasse. Dieselbe Arbeit gibt für reinrassige Hunde ein medianes Überleben von 12,7 Jahren bei kleinen, 12,5 bei mittleren und 11,9 bei großen Rassen an. Der Dackelwert liegt damit über dem Median seiner Größenklasse. Das ist die Einordnung, auf die sich der Abschnitt „Gesundheit im Blick“ bezieht; der Vergleich mit den Mischlingen steht eine Zeile darüber und ist eine andere Bezugsgröße.[3]
Quellen: [1] Packer und andere (2016), DachsLife 2015, Canine Genetics and Epidemiology (Volltext frei). [2] Brown und andere (2017), FGF4 retrogene on CFA12 is responsible for chondrodystrophy and intervertebral disc disease in dogs, PNAS (Volltext frei). [3] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports, Werte aus Supplementary Table S3 (Volltext frei).
Die Methode bei dieser Rasse
Am Ende liegt der Hund unter dem Sessel, hat etwas zwischen den Vorderpfoten und knurrt, sobald sich eine Hand nähert. Der Mensch kommt dort nicht hin, und beide wissen das. Von diesem Bild aus lohnt der Blick zurück, denn entschieden wurde die Sache viel früher.
Entschieden wurde sie beim ersten Mal, als er etwas aufgenommen hatte und jemand danach griff. Ein Gegenstand im Fang ist für einen Hund keine Sache mehr, sondern ein Beutestellvertreter, und damit eine soziale Frage: Wem gehört er, und was passiert, wenn ich ihn hergebe. In diesem Moment hat der Dackel die Antwort bekommen, dass ihm genommen wird, was er hat, und dass es sich lohnt, dorthin auszuweichen, wo kein Arm hinreicht. Für einen Hund, der dafür gezogen wurde, in der Enge allein zu entscheiden, ist der Sessel kein Versteck, sondern der Bau im Wohnzimmer. Er ist dort in seinem Element, und jedes Ziehen und Nachfassen bestätigt ihn.
Hier greift das Tauschkonzept. Es dreht die Erfahrung um: Wer etwas hergibt, verliert nicht, sondern bekommt. Der Hund lernt, dass die Hand des Menschen an einem Gegenstand nichts wegnimmt, sondern etwas dazutut, und dass Hergeben der schnellere Weg ist als Verteidigen. Beim Kurzhaardackel ist das keine Übung für den Ernstfall, sondern die Grundfrage seines Zusammenlebens mit Menschen, weil er sie bei jedem Fundstück neu stellt. Wie sich das aufbauen lässt, beschreibt Anton Fichtlmeier in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung.
Kurz zusammengefasst
- Der Kurzhaardackel ist die Urform des Dachshunds, aus der Bracke geschaffen, und sein Kapitel bei Strebel ist die Grundbeschreibung für alle drei Haararten.
- Der Standard misst bei ihm weder Widerristhöhe noch Gewicht, sondern den Brustumfang, weil die Röhre im Bau nicht nachgibt.
- Er entscheidet, bevor er fragt, und prüft Absprachen so lange nach, wie sie sich nachprüfen lassen.
- Unter den in der Erhebung erfassten Varietäten ist er mit 24,4 Prozent am stärksten von Bandscheibenvorfällen betroffen, bei einer medianen Lebenserwartung von rund 13,2 Jahren.
- Der Standard nennt die extreme Bauform unter den schweren Fehlern, das Gutachten von 1999 empfiehlt, gegen die Merkmalskombination zu züchten.
Empfehlung
Für die Erziehung und Ausbildung des Kurzhaardackels passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:
Bücher: Die Prägung des Jagdhundwelpen, Grunderziehung für Welpen, Suchen und Apportieren und Die Ausbildung des Jagdhundes.
Onlinekurse:
- Jagdhundeausbildung Grundlagen
- Apportieren für Jagdhunde
- Spurarbeit und Apport am Wasser
- SP Mantrailing für Jagdhunde
- Das Geheimnis der Spurensuche
- Der Paradigmenwechsel
Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.
Mitreden
Das Reel zu dieser Rasse findest du auf Instagram. Wenn du Fragen hast oder eigene Erfahrungen gemacht hast, diskutier dort mit.
Belege und Quellen
Zeitgenössische Quelle
Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, S. 175 bis 198, sowie die Farbtafel zwischen S. 176 und 177. Zitate und Seitenzahlen wurden am 12. August 2026 am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Ältere Quellen bei Strebel
Flemming „Der Vollkommene Teutsche Jäger“ 1719, Döbel „Jäger-Practica“ 1746 und Reichenbach 1836 sind nicht im Original eingesehen, sondern nach Strebels Wiedergabe zitiert, S. 178, S. 183 und S. 180. Die Zuschreibung im Text nennt deshalb jeweils Strebel als Fundstelle.
Prüfungsbestimmungen des Dachshund-Klubs
Strebel, Band 2, S. 184 bis 187, im Wortlaut abgedruckt. Er benennt den Verein dort als „Dachshund-Klub (Sitz in München)“; das ist nicht der im Rassestandard genannte Deutsche Teckelklub 1888.
Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 148 (Volltext frei), Publikationsdatum 25. Mai 2021, deutsche Sprachfassung vom 14. März 2022. Gruppe, Verwendung, Erscheinungsbild, Haarkleid, Farben, die schweren Fehler und die Angabe zum ältesten Zuchtverein stammen daraus. Eine Sektion nennt der Standard nicht. Er beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund.
Größen im Standard
Statt Widerristhöhe und Gewicht nennt der Standard nur den Brustumfang, gemessen ab 15 Monaten. Teckel Rüden über 37 bis 47 cm, Hündinnen über 35 bis 45 cm; Zwergteckel Rüden über 32 bis 37 cm, Hündinnen über 30 bis 35 cm; Kaninchenteckel Rüden 27 bis 32 cm, Hündinnen 25 bis 30 cm.
Welpenzahlen
Welpenstatistik des VDH, Berichtsjahr 2024, Eintrag Dachshunde (Berichtsangabe, Volltext frei).
Rechtslage
Tierschutzgesetz Paragraph 11b, Absatz 1 (Volltext frei).
Qualzuchtgutachten
Gutachten zur Auslegung von Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes, Verbot von Qualzüchtungen, Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht im Auftrag des BML, vom 2. Juni 1999 (Volltext frei). Chondrodysplasie: Abschnitt 2.1.1.1.3, S. 18 bis 20. Zuchtempfehlung im Wortlaut: „Tiere mit sehr langem und geradem Rücken und ausgeprägter Kurzbeinigkeit neigen besonders zur Diskopathie. Eine Zucht gegen diese Merkmalsausprägung ist daher anzustreben.“ Die Selbstbeschreibung als verbindliche Leitlinie steht auf S. 3.
Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.
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