English Pointer

FCI-Gruppe
Gruppe 7 Vorstehhunde, Sektion 2.1 Britische und irische Vorstehhunde, Pointer, mit Arbeitsprüfung
FCI-Standard
Nr. 1, Fassung vom 28. Juli 2009
Ursprungsland
Großbritannien
Ursprüngliche Verwendung
Vorstehhund für die weiträumige Suche auf Feldhühner, allein vor dem Schuss
Heutige Verwendung
Vorstehhund im Feld und auf Fieldtrials, daneben Begleithund
Format
Großer, hochläufiger Vorstehhund, kräftig und dabei geschmeidig
Widerristhöhe (FCI-Standard)
Rüden 63 bis 69 cm, Hündinnen 61 bis 66 cm
Gewicht (FCI-Standard)
Im FCI-Standard nicht festgelegt
Fell und Fellpflege
Fein, kurz, glatt anliegend, glänzend, ohne Unterwolle, genügsam in der Pflege
Typische Merkmale
Leicht konkaver Fang, dünne Behänge, Weiß mit Zitronengelb, Orange, Leberbraun oder Schwarz
Lebenserwartung
Rund 11,2 Jahre, Median des Sterbealters
Gesundheit im Blick
Akrales Mutilationssyndrom, Schilddrüse, wenig Kälte- und Nässeschutz

Das erwartet dich

  • Warum ein deutscher Kynologe die spanische Herkunft des Pointers schon 1905 für Reklame erklärte
  • Was ein deutscher und ein britischer Zeitzeuge unabhängig voneinander über seine Nase schrieben
  • Wofür 1859 die allererste Hundeausstellung der Welt überhaupt veranstaltet wurde, und für welche Hunde
  • Was die Gesundheitszahlen hergeben und an welcher Stelle sie schlicht fehlen
  • In welchem Moment ein Pointer im Feld aufhört zu suchen

Film

Bevor es in Geschichte und Wesen des English Pointer geht, sieh ihn dir zunächst in Bewegung an.

Abb.: „Spanischer Pointer nach Bewick.“, aus: Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905 (Gemeinfrei). Die Zeichnung zeigt nicht den heutigen English Pointer, sondern den Schlag, aus dem er hervorging.

Material zum Reel: Mike Rösch, @rossenarra_mucho_gusto

Kurzbeschreibung

Der English Pointer ist ein großer, hochläufiger Vorstehhund mit langem Hals, tiefer Brust und sehr kräftiger Hinterhand, dabei nirgends schwer. Sein Haar ist fein, kurz und liegt vollkommen glatt an, mit ausgeprägtem Glanz und ohne Unterwolle; gepflegt ist es in Minuten, geschützt ist der Hund damit kaum. Der Fang ist leicht konkav, der Stopp deutlich, die Behänge sind dünn und liegen dicht am Kopf. Meist trägt er Weiß mit Zitronengelb, Orange, Leberbraun oder Schwarz. Im Wesen ist er freundlich und ausgeglichen, im Haus oft erstaunlich ruhig, und im Gelände ein Spezialist, der sein Tempo und seine Entfernung selbst bestimmt.

Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde

Richard Strebel eröffnet sein Pointerkapitel 1905 mit einem Satz, der quer zur üblichen Herkunftsgeschichte steht. Die spanische Abstammung, die man dem Pointer nachsagt, hält er für eine Erfindung des Marktes: „Dieser spanische Pointer spielt dieselbe Rolle wie bei uns der russische Schnauz“, schreibt er, „es ist nichts anderes als eine Art Reklame“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 252). Sie habe das Naheliegende verdecken sollen, nämlich die Einfuhr aus Deutschland und Frankreich. Auch die Kreuzungsgeschichten sortiert er nüchtern. Foxhound und Windhund könnten der Geschwindigkeit wegen eingekreuzt worden sein, „die Einführung von Bulldogblut kann man aber mit Bestimmtheit als Ammenmärchen bezeichnen“; die kurze Nase, die man dafür als Beweis anführte, entstehe von allein „infolge Überzüchtung“ (S. 252).

Der Kern des Kapitels ist die Nase. Es habe geheißen, sie sei zurückgegangen, schreibt Strebel, und das treffe nicht zu, „es mußte heißen: Die Nase hat nicht Schritt gehalten mit der angezüchteten Geschwindigkeit“. Wer einen solchen Hund in vollem Lauf Witterung nehmen sehe, verstehe, was da geschieht: „wie vom Schlage gerührt verharrt der Hund in den seltsamsten Stellungen“ (S. 252). Daraus zieht er einen Schluss, der über die Jagd hinausgeht. „Der Beruf des Pointers stellt so enorme Ansprüche an das Geruchsorgan, daß der Hund, wenn er ist, wie er sein soll, vollständig in demselben aufgehen muß“, und deshalb sei es kein Wunder, wenn nur die hervorragendsten Tiere daneben noch Anhänglichkeit an ihren Menschen zeigten (S. 253). Strebel stellt das ausdrücklich neben Menschen, die vollständig in ihrem Beruf aufgehen und das Interesse an anderen Dingen verlieren.

Dem Vorwurf, der Pointer hänge weniger am Menschen als der Setter, widerspricht er trotzdem. Er habe gefunden, „daß die Anhänglichkeit bei beiden Rassen die gleiche ist, und daß nur die sehr häufig auftretende große Nervosität die vollständige Hingabe an den Herrn verhindert“ (S. 252 bis 253). Woher sie kommt, steht im Absatz davor: „Daß eine so enorme Anspannung der Sinnesorgane schließlich zu überreizten Nerven führen muß, was wir bei fast allen edeln Pointern wie Settern heute finden, ist kein Wunder“ (S. 252). Beides ist an dem Bestand beobachtet, den Strebel vor sich hatte, und keine Aussage über heutige Hunde.

Fünf Jahre später beschreibt der Brite Robert Leighton dieselbe Sache von der Gegenseite. Beim Ursprung widerspricht er Strebel und nimmt die spanische Herkunft als gegeben hin. Beim Arbeitsstil landet er dort, wo auch Strebel steht: Die Fähigkeit dieses Hundes, die ganze Aufmerksamkeit auf das Gefundene zu richten, sei so stark gewesen, dass sie jede andere Regung geschwächt habe (eigene Zusammenfassung nach Leighton, Dogs and All About Them, 1910, Kapitel „The Pointer“). Zwei Autoren, zwei Sprachen, ein Befund.

Quelle: Richard Strebel (1905), Band 2, S. 252 bis 255, sowie Robert Leighton (1910), Kapitel „The Pointer“. Vollständige Quellenangabe siehe Quellen.

Die Entstehung der Rasse

Der Pointer stammt aus derselben Wurzel wie die übrigen Vorstehhunde, aus den Hunden, mit denen in Europa Federwild gesucht und festgemacht wurde. In England taucht er nach Strebel zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den Quellen auf, und zwar gleichzeitig mit dem sogenannten spanischen Pointer.

Geformt hat ihn nach Leightons Darstellung die Waffe. Die alte Steinschlossflinte habe viele Minuten zum Laden und Anlegen gebraucht, und dazu habe ein langsamer, äußerst vorsichtiger Hund gepasst; als das Schießen schneller wurde, sei derselbe Hund zur Zumutung geworden. Um 1815 hätten englische Jäger deshalb Foxhounds eingekreuzt, und rund zwanzig Jahre später habe der Typ gestanden, den wir heute Pointer nennen, ein Hund für Tempo, Ausdauer und Nerven (nach Leighton, Dogs and All About Them, 1910, Kapitel „The Pointer“).

Dann kam die Ausstellung, und am Anfang stand diese Rasse. Die erste Hundeausstellung überhaupt fand am 28. und 29. Juni 1859 in Newcastle upon Tyne statt, zugelassen waren allein Pointer und Setter, sechzig Hunde insgesamt, und die Preise waren Flinten aus einer örtlichen Werkstatt (Howell, June 1859/December 1860, BRANCH, 2017). Strebel datiert die ersten Ausstellungen „um das Jahr 1860″ und schildert, wie sich danach die Moden der Farbschläge verschoben (S. 253). Er nennt auch die Hunde, an denen sich das festmachte: „Drake“, dessen Hühnersuche auf den Fieldtrials zu Shrewsbury bei so trockenem Boden stattfand, dass die Windfänge voller Staub wurden, und den Strebel „ein Phänomen unter den Pointern“ nennt; dazu Mr. Gilberts Bob und Major und Bobs Sohn Hamlet.

Nach Deutschland kam die Rasse über eine Begeisterung, die Strebel spöttisch kommentiert: „Als in Deutschland das kynologische Interesse wiedererwachte, war es bei der bekannten Schwärmerei des Deutschen für alles Ausländische nur zu begreiflich, daß er sich mit ganzer Hingabe den englischen Hunden zuwandte“ (S. 253). Die ersten Pointer, die herüberkamen, waren „Bray of Macgregor“ und sein Bruder „Trent“; der erste wurde 1876 in Hamburg erworben. Später führte Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels die Rasse erneut ein und zog sie in großem Maßstab in seinem Zwinger Wolfsmühle; dessen Naso II fließt nach Strebel in den meisten deutschen Pointerstämmen (S. 255).

In Deutschland führt der VDH für den English Pointer zwei Rassevereine, den Verein für Pointer und Setter e. V., der ihn zusammen mit den vier Setterrassen betreut, und den Deutschen Pointerclub e. V., der allein diese Rasse führt. Die Zuchtordnung des Vereins für Pointer und Setter verlangt seit dem 1. Januar 1985 für jeden Hund, der in die Zucht gehen soll, eine bestandene Anlageprüfung (Vereinsangabe). Außerhalb einer solchen Zuchtordnung gilt diese Auflage nicht; sie hängt an der Ordnung, nicht an der Rasse.

Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung

Die Aufgabe war eng und extrem. Der Pointer sucht das offene Feld im Galopp ab, quer zum Wind, weit vor dem Schützen, und nimmt die Witterung aus der Luft statt vom Boden. Findet er, bleibt er stehen, bis der Mensch heran ist. Damit ist seine Arbeit zu Ende. Strebel bringt das auf einen Satz: Der Engländer habe in dem Pointer die vollendetste Figur geschaffen für einen Hund, „der ausschließlich zur Auffindung und zum Vorstehen der Hühner bestimmt ist“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 2, 1905, S. 252). Was ein deutscher Vollgebrauchshund daneben leisten muss, war bei dieser Zucht kein Ziel; Strebel hebt sogar „seine große Bedürfnislosigkeit für Wasser“ als besonderen Vorzug hervor (S. 254).

Wo Treibjagden an die Stelle des Suchens über dem Hund traten, verschwand die Jagdform, für die dieser Hund gebaut ist. Schon 1905 notiert Strebel für Deutschland: „heute ist der Pointer fast nur noch geduldet“ (S. 254). Leighton beschreibt denselben Rückgang um 1910 für England.

Selten ist sie heute in beiden Ländern. Der Royal Kennel Club führt ihn auf seiner Liste „At watch“, den einheimischen Rassen mit 300 bis 450 Eintragungen im Jahr. In diese Spanne ist er erst zuletzt gerutscht: 2016 waren es 574, 2024 noch 316 und 2025 321. In Deutschland wurden nach der Welpenstatistik des VDH 2025 noch 27 Welpen eingetragen, 2011 waren es 86. Ein Beleg dafür, dass die alte Spezialisierung diese Zahlen verursacht hat, ist das nicht, wohl aber ein Hinweis darauf, dass der Rückgang schon zu Strebels Zeit begonnen hatte.

Was diese Rasse heute prägt

Zwei Dinge sind an diesem Hund groß: die Nase und die Entfernung, auf der sie arbeitet. Der Pointer sucht nicht mit der Nase am Boden, sondern trägt den Kopf hoch und nimmt Witterung aus der Luft auf. Der FCI-Standard beschreibt das Gangwerk als „fließend und sehr raumgreifend“, mit viel Schub aus der Hinterhand, und das Wesen als „aristokratisch, rege“, dabei „freundlich und ausgeglichen“. Beides zusammen ergibt einen Hund, dessen großer Arbeitsradius nicht das Ergebnis seiner Erziehung ist, sondern zu seiner jagdlichen Anlage gehört.

Die Rutenhaltung wurde beim Pointer schon früh als charakteristisches Merkmal seiner Arbeit beschrieben. Schon der alte englische Standard, den Strebel abdruckt, verlangt eine Rute, die während des Suchens im Feld in lebhafter Bewegung bleibt und beim Vorstehen regungslos und gestreckt getragen wird (S. 255). Der geltende FCI-Standard sagt es mit anderen Worten: Die Rute soll in der Bewegung von einer Seite zur anderen schlagen.

Beim Pointer endet die ursprüngliche Arbeit mit dem Finden und Vorstehen. Für das wurde er gezüchtet, nicht für die Arbeit danach. Apportieren, Wasserarbeit oder Nachsuche waren nicht sein Metier. Wer von ihm die Vielseitigkeit eines Vollgebrauchshundes erwartet, misst ihn deshalb an einem anderen Arbeitsprofil.

Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben

Wer sich in einen Pointer verliebt, verliebt sich meist in zwei Bilder: den eleganten, kurzhaarigen Hund, der wenig Arbeit macht, und den ruhigen Mitbewohner, der in der Wohnung tatsächlich stundenlang liegen kann. Dazu kommt die Erwartung an den Sportpartner. Ein Hund, der so gebaut ist, soll doch der ideale Begleiter für lange Läufe und fürs Rad sein.

Im Haus zeigt sich der Pointer oft ruhig und ausgeglichen. Wie groß sein Arbeitsradius draußen werden kann, lässt sich daraus kaum ableiten. Denn sobald dieser Hund auf einer Fläche ist, auf der er arbeiten kann, verschiebt sich sein Maßstab für Entfernung: Was bei anderen Rassen schon weit ist, ist bei ihm der Anfang. Sobald der Pointer ins Arbeiten kommt, nimmt er Raum ein und zieht in großen Bögen weit hinaus, so wie es zu seiner ursprünglichen Aufgabe gehört.

Die zweite Reibung liegt in der Vorstellung, ein schneller Hund müsse vor allem viel laufen. Damit wird er zwar ausdauernder, aber nicht automatisch sinnvoll beschäftigt. Beim Pointer beginnt die eigentliche Arbeit dort, wo er mit der Nase Fläche macht und etwas zu finden hat.

Anforderungen, die diese Rasse stellt

Zuerst braucht dieser Hund Raum. Nicht einen großen Garten, sondern regelmäßig Gelände, in dem er seinen natürlichen Arbeitsradius nutzen kann. Bei der Suche hält sich der Pointer nicht in unmittelbarer Nähe des Menschen auf. Er geht weit hinaus, zieht große Bögen und braucht dafür Flächen, auf denen genau das möglich und erlaubt ist. Wer überwiegend zwischen Straßen, Siedlungen und kleinen Grünflächen unterwegs ist, muss solche Möglichkeiten gezielt aufsuchen.

Eine Aufgabe, die seiner Anlage entspricht, braucht der jagdlich geführte Pointer ebenso wie der Hund ohne Jagdschein. Zu ihm passt die freie Verlorensuche beim Apportieren. Sie nimmt genau das auf, was bei ihm sonst brachliegt: eine große Fläche im Galopp selbst einzuteilen und die Witterung aus der Luft zu nehmen, weit vor dem Menschen. Weshalb ein Pointer diese Aufgabe auch dann braucht, wenn er zur Jagd geht, steht im Sachthema Jagdverhalten.

Der dritte Punkt ist sein geringer Wetterschutz. Solange ein Pointer arbeitet und sich bewegt, kommt er auch mit niedrigen Temperaturen gut zurecht. Kritisch wird es, wenn er nach der Arbeit nass ist, warten muss oder längere Zeit stillsteht. Das feine Haar ohne Unterwolle hält kaum Wärme zurück. Deshalb gehört zu dieser Rasse auch ein Mensch, der nach der Arbeit darauf achtet, dass der Hund trocken wird und nicht unnötig auskühlt.

Gesundheit im Blick

Zu dieser Rasse liegen auffällig wenige Daten vor, und das gehört an den Anfang. Die größte britische Überlebensanalyse zur Lebenserwartung führt diese Rasse gar nicht. Eine eigene Rasseauswertung bei VetCompass gibt es nicht, ein Rasseprofil bei der IPFD ebenso wenig. Vorhanden sind eine britische Sterbeerhebung mit fünfzig gemeldeten Pointern und die amerikanische Screeningdatenbank OFA; die Fundstellen stehen im Block darunter. Das mediane Sterbealter liegt danach bei rund 11,2 Jahren. Für große Rassen nennt dieselbe Arbeit 11,9 Jahre, und dieser Wert gilt der Größenklasse und nicht dieser Rasse.

In den Screeningzahlen fällt der Pointer an Hüften und Ellbogen günstiger aus als der Durchschnitt aller Rassen. An der Schilddrüse ist das Bild gemischt: Unauffällige Befunde sind häufiger als im Schnitt, die eigentliche Autoimmunthyreoiditis aber ebenfalls. Als erbliche Erkrankung ist für diese Rasse das akrale Mutilationssyndrom beschrieben, eine Nervenerkrankung, bei der betroffene Hunde ab etwa vier Monaten an den Pfoten kein Schmerzempfinden mehr haben und sich selbst verletzen; ein Gentest liegt vor. Und was kein Krankheitsbefund ist, im Alltag aber zählt: Das Haarkleid ohne Unterwolle schützt kaum.

Zahlen und Studien zur Gesundheit

Lebenserwartung. Eine Sterbeerhebung des britischen Kennel Club aus dem Jahr 2014 sammelte 5.663 Sterbemeldungen aus 179 Rassen. Fünfundzwanzig Rassen erreichten mindestens 50 Meldungen und wurden einzeln ausgewertet, darunter der Pointer mit genau 50. Sein medianes Sterbealter liegt bei 134,5 Monaten, also rund 11,2 Jahren, bei einem Interquartilsabstand von 86 bis 152 Monaten. Über alle Rassen der Erhebung liegt der Median bei 124 Monaten, also 10,33 Jahren.[1] Es handelt sich um eine Halterbefragung mit Selbstauswahl und um eine kleine Fallzahl.

Warum die größte Auswertung hier fehlt. Die Überlebensanalyse von McMillan und anderen aus dem Jahr 2024 wertet 584.734 Hunde aus und weist Medianwerte für 155 Rassen aus. Der Pointer ist nicht darunter, am 26. August 2026 an der Zusatztabelle S3 nachgesehen; unter „Pointer“ führt sie allein den German Shorthaired und den German Wirehaired Pointer, also Deutsch Kurzhaar und Deutsch Drahthaar.[2] Im Steckbrief steht deshalb der Wert der britischen Sterbeerhebung, und er nennt dort ausdrücklich das Maß: Ein Sterbealter ist etwas anderes als eine Überlebensdauer.

Hüften und Ellbogen. Die amerikanische Screeningdatenbank OFA führt für den Pointer 2.368 Hüftauswertungen, davon 92,4 Prozent normal und 6,9 Prozent dysplastisch. Über alle Rassen sind es 1.712.315 Auswertungen mit 84,3 Prozent normal und 14,2 Prozent dysplastisch. An den Ellbogen sind es 770 Auswertungen mit 94,5 Prozent normal gegenüber 87,8 Prozent über alle Rassen.[3] Abruf am 26. August 2026. Es handelt sich um eine US-Population, die Einsendung ist freiwillig, die Zahlen sind also vorausgewählt und kein Bevölkerungsschnitt.

Schilddrüse und Augen. Dieselbe Datenbank führt 419 Schilddrüsenbefunde beim Pointer, davon 89,7 Prozent unauffällig, 1,0 Prozent mit Autoimmunthyreoiditis und 3,3 Prozent mit kompensierter Form; über alle Rassen liegen die Vergleichswerte bei 84,8 Prozent unauffällig sowie 0,4 und 4,5 Prozent. Der Anteil unauffälliger Befunde liegt also über dem Durchschnitt, der Anteil mit Autoimmunthyreoiditis aber ebenfalls, und zwar auf einer schmalen Grundlage von 419 Untersuchungen. Bei den Augen sind es 449 Untersuchungen mit 97,1 Prozent unauffällig gegenüber 93,4 Prozent.[3] Dieselbe Einschränkung wie oben gilt.

Akrales Mutilationssyndrom. Eine französische Arbeitsgruppe hat 2016 eine Punktmutation rund 90 Kilobasen vor dem GDNF-Gen mit der Erkrankung in Verbindung gebracht, untersucht an vier Vorsteh- und Stöberrassen. Von einer Ursache spricht die Arbeit im Titel nicht, sondern von einer Assoziation. Beim English Pointer waren es vier nicht verwandte Hunde, einer betroffen, drei nicht. Die Zeichen setzen mit etwa vier Monaten ein: Lecken und Beißen an den Pfoten, Krallenverlust, schmerzlose Brüche.[4] Eine Häufigkeit in der Rasse nennt die Arbeit nicht. Die OFA führt dafür 625 Untersuchungen, keine davon beim Pointer.[3]

Quellen: [1] Lewis, Wiles, Llewellyn-Zaidi, Evans, O’Neill (2018), Longevity and mortality in Kennel Club registered dog breeds in the UK in 2014, Canine Genetics and Epidemiology 5:10, Tabelle 1 (Volltext frei). [2] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 14:531, Volltext S. 4 und Supplementary Table S3 (Volltext frei). [3] Disease Statistics, Orthopedic Foundation for Animals, Tabellen Hips, Elbow, Thyroid, Eyes und Acral Mutilation Syndrome, abgerufen am 26. August 2026 (Berichtsangabe). [4] Plassais und andere (2016), A Point Mutation in a lincRNA Upstream of GDNF Is Associated to a Canine Insensitivity to Pain, PLOS Genetics 12(12):e1006482 (Volltext frei).

Die Methode bei dieser Rasse

Offene Wiese, Wind von der Seite. Der Pointer zieht weit draußen seine Bögen, den Kopf hoch, die Nase im Wind. Genau so soll es aussehen.

Doch irgendwann verändert sich etwas. Die Bögen werden größer, das Tempo nimmt zu, der Kopf richtet sich nach vorn. Aus der Entfernung ist kaum zu erkennen, wann aus dem weiträumig suchenden Hund einer wird, der nur noch läuft.

Der Übergang ist unscheinbar, aber entscheidend. Tempo und Nasenarbeit beginnen sich voneinander zu lösen. Der Pointer sucht nicht mehr weiträumig nach Witterung, sondern läuft zunehmend um des Laufens willen. Strebel hat 1905 etwas Ähnliches beschrieben, allerdings mit Blick auf die Zucht und nicht auf den einzelnen Hund im Feld: Die Nase habe mit der angezüchteten Geschwindigkeit nicht Schritt gehalten.

Entscheidend ist deshalb nicht, wie laut oder wie oft der Mensch ruft, sondern ob der Hund eine Aufgabe hat, die seine Nase bindet. Solange der Pointer sucht, bleibt er in einer Arbeit, die auf das Finden gerichtet ist und in der der Mensch eine Funktion hat. Fehlt diese Aufgabe, übernimmt leicht die Bewegung selbst. Dann wird aus der Suche Strecke.

Ein Pointer sollte deshalb draußen nicht einfach nur laufen dürfen. Er braucht eine Aufgabe, die ihn suchen lässt. Wie sich aufbaut, dass ein Hund auch auf größere Entfernung mit der Nase arbeitet, beschreibt Anton Fichtlmeier in seinen Büchern und Onlinekursen, siehe Empfehlung. Welche Rolle die Nase im Jagdverhalten spielt, steht im Sachthema Jagdverhalten.

Kurz zusammengefasst

  • Der Pointer ist Spezialist, kein Vollgebrauchshund. Seine Stärke liegt im Finden und Vorstehen, nicht im Apportieren, in der Wasserarbeit oder in der Nachsuche.
  • Ein deutscher und ein britischer Zeitzeuge beschrieben unabhängig voneinander, wie stark beim Pointer alles auf die Nase und die Suche ausgerichtet ist.
  • Im Haus oft ruhig und unauffällig, arbeitet er draußen mit einem Radius, der bei vielen anderen Rassen bereits als weit gelten würde.
  • Zur Gesundheit gibt es nur wenige belastbare Daten. Vorhanden sind unter anderem ältere britische Angaben zur Lebenserwartung sowie amerikanische Untersuchungsdaten zu Gelenken, Schilddrüse und Augen.
  • Ausgerechnet der Hund, der 1859 bei der ersten Hundeausstellung der Welt im Mittelpunkt stand, ist heute in Großbritannien selten und in Deutschland kaum noch vertreten.

Empfehlung

Für die Erziehung und Ausbildung des English Pointers passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:

Bücher: Die Prägung des Jagdhundwelpen, Grunderziehung für Welpen, Suchen und Apportieren und Die Ausbildung des Jagdhundes.

Onlinekurse:

Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.

Belege und Quellen

Zeitgenössische Quelle, deutsch
Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 2, Kapitel „Der Pointer“, S. 252 bis 256. Alle Zitate und Seitenzahlen wurden am 26. August 2026 an den Originalscans der Druckseiten gegengelesen, nicht an der Transkription. Gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.

Zeitgenössische Quelle, britisch
Robert Leighton, „Dogs and All About Them“, 1910, Kapitel XXII „The Pointer“, benutzt nach dem Volltext bei Project Gutenberg (Volltext frei). Diese Ausgabe trägt keine Seitenzählung, die Angaben aus ihr sind deshalb zusammengefasst und nicht wörtlich zitiert. Gemeinfrei.

Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 1 (Volltext frei), Publikation des gültigen offiziellen Standards am 28. Juli 2009, benutzt in der deutschen Übersetzung von Jochen Mahlfeldt. Gruppe, Sektion, Widerristhöhe, Haar, Farbe und Gangwerk stammen daraus, ein Gewicht legt der Standard nicht fest. Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund.

Historische Abbildung
Richard Strebel, Band 2, S. 253. Der gedruckte Bildtitel lautet „Spanischer Pointer nach Bewick.“, der Fließtext auf S. 252 nennt zusätzlich Stubbs: „Wir bringen nach Bewick die Zeichnung des spanischen Pointers nach Stubbs“. Urheber sind damit Thomas Bewick, gestorben 1828, und George Stubbs, gestorben 1806, dazu Strebel, gestorben 1940. Alle drei gemeinfrei.

Erste Hundeausstellung
Philip Howell, „June 1859/December 1860: The Dog Show and the Dogs‘ Home“, in: BRANCH, Britain, Representation and Nineteenth-Century History, März 2017 (Volltext frei). Von dort stammen Datum, Ort, die Beschränkung auf Pointer und Setter und die Zahl von sechzig gemeldeten Hunden.

Bestandszahlen
Großbritannien: Vulnerable native breeds, The Royal Kennel Club, Liste „At watch“ mit den Eintragungszahlen der Jahre 2016 bis 2025, abgerufen am 26. August 2026 (Berichtsangabe). Deutschland: Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine, Zeile „English Pointer“, Jahre 2011 bis 2025, abgerufen am 26. August 2026 (Berichtsangabe).

Zuchtordnung in Deutschland
Verein für Pointer und Setter e. V., Angabe zur Erweiterung der Zuchtordnung von 1984 und zur Anlageprüfung für Hunde ab dem 1. Januar 1985 (Vereinsangabe), abgerufen am 26. August 2026. Dass der VDH für den English Pointer zwei Rassevereine führt, diesen und den Deutschen Pointerclub e. V., steht im Vereinsverzeichnis des VDH, abgerufen am 28. August 2026 (Berichtsangabe).

Gesundheitszahlen
stehen mit ihren Fundstellen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.