
Das erwartet dich
- Warum schon 1905 darüber gestritten wurde, wie klein ein Zwergschnauzer sein darf
- Was zwei Zeitzeugen über ihn schrieben, als er noch gar nicht so hieß, wie er heute heißt
- Woher die Wachsamkeit stammt, die ihn heute an Tür, Zaun und Gehweg beschäftigt
- Welche Gesundheitsthemen dieser Rasse tatsächlich mit Zahlen belegt sind und welche nur gemeldet
- Weshalb sein Alltag mehr verlangt, als sein Format vermuten lässt
Film
Bevor es in Herkunft und Wesen des Zwergschnauzers geht, hier zunächst der bärtige Zwerg im Bild.

Illustration: Richard Strebel, rauhhaariger Zwergpinscher mit kupierten Ohren, aus: „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905 (Gemeinfrei).
Kurzbeschreibung
Der Zwergschnauzer ist ein kleiner, kompakter Hund mit hartem, drahtigem Deckhaar und dichter Unterwolle darunter. Bart und buschige Brauen geben ihm das Gesicht, an dem ihn jeder erkennt, die V-förmigen Klappohren liegen an den Wangen an. Sein Fell verlangt Arbeit: Es wird getrimmt, nicht geschoren, sonst verliert es seine Härte. Im Wesen ist er wach, unerschrocken und ausdauernd, ein Hund, der früh bemerkt, dass sich etwas verändert hat, und der das auch mitteilt. Gesundheitlich steht bei ihm der Fettstoffwechsel im Vordergrund, ein Thema, das den Alltag am Futternapf mitbestimmt.
Wie die Rasse um 1900 beschrieben wurde
Als der kleine rauhhaarige Schlag um 1900 in die Fachliteratur kommt, trägt er den Namen noch nicht, unter dem wir ihn kennen. Emil Ilgner führt ihn 1902 in „Gebrauchs- und Luxushunde“ als „Rauhhaarigen Zwergpinscher“ und fügt beiläufig hinzu, diese Art werde „auch Zwergschnauzer oder Zwergrattler genannt“ (Ilgner, Gebrauchs- und Luxushunde, 1902, S. 147). Das ist der Name von heute, acht Jahre bevor er offiziell wird. Ilgner verlangt von ihm genau eines: Er solle „mit Ausnahme der Größenverhältnisse in jeder Beziehung, namentlich aber hinsichtlich der Kopfbildung und der Behaarung dem großen, rauhhaarigen Pinscher gleich sein und gewissermaßen nur eine Verkleinerung desselben bilden“ (S. 147). Als Gewicht nennt er höchstens dreieinhalb Kilo.
Bemerkenswert ist, wo dieser Abschnitt steht. Ilgner setzt ihn in seinen Abschnitt „Kleine Luxushunde (Damenhunde)“, während der große rauhhaarige Pinscher weit vorn im Buch steht, mit einer ausführlichen Schilderung seiner Arbeit. Dort heißt es: „In württembergischen Landen steht seine Wiege. Kurzweg nennt man ihn Schnauzer oder Rattenfänger“ (S. 131). Ilgner beschreibt ihn als unübertrefflichen Wächter und hält zugleich fest, er sei „kein sogenannter Kläffer, wie so viele rasselose Köter, die Tag und Nacht fortwährend bellen, aber eben durch dieses Gewohnheitsgebell den Anspruch auf rechte Wachsamkeit verlieren“ (S. 131). Dem kleinen Verwandten gibt er keine Arbeit, nur den Auftrag, dem großen zu gleichen.
Drei Jahre später greift Richard Strebel dieselbe Frage von der Zuchtseite her auf. Er sieht die rauhhaarigen Zwerge selten, und er sagt auch, warum: Was beim großen Schlag schon schwer zu erreichen sei, das harte Haar, sei beim kleinen noch schwerer, „als hier die Versuchung mit Einkreuzungen des Affenpinscher oder Griffon Bruxellois sehr nahe liegen“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 1, 1905, S. 91). Über die Zwergpinscher insgesamt urteilt er warm und zugleich warnend. Ihr Charakter sei „vorzüglich: mutig, sehr wachsam, äußerst lebendig“, doch mit der abnormen Kleinheit gehe vieles davon verloren; er ziehe deshalb „die etwas größeren bei weitem vor“ (S. 90). In dieser Frage steht der heutige Standard näher bei Strebel als bei Ilgner: Er verlangt das verkleinerte Abbild des Schnauzers ausdrücklich „ohne die Mängel zwerghafter Erscheinungen“, und sein Gewichtsrahmen liegt deutlich über Ilgners dreieinhalb Kilo von 1902.
Quellen: Emil Ilgner (1902), S. 131 bis 133 und S. 147; Richard Strebel (1905), Band 1, S. 89 bis 91. Vollständige Quellenangaben siehe Quellen.
Die Entstehung der Rasse
Am Anfang steht kein Zwerg, sondern eine Fellfrage. Pinscher und Schnauzer waren derselbe Hundetyp in zwei Haarkleidern, und der rauhhaarige davon lief lange schlicht als rauhhaariger Pinscher; woher er kam und wozu er gehalten wurde, steht im Abschnitt davor. Hier geht es um den Weg von diesem Hundetyp zu einer eigenen Rasse mit eigenem Namen. Einen Rassestandard für Pinscher und Schnauzer gibt es nach Angaben des VDH seit 1880.
Fünfzehn Jahre später wird daraus eine Organisation. Am 3. März 1895 rief Josef Berta aus Erfurt in Nordhausen zur Gründung eines Klubs auf, am 23. Mai 1895 trat die Gründungsversammlung in Seesen am Harz zusammen. Nach Angaben des VDH war es Berta, der sich Körperbau, Kopf, Behaarung und Wesen des Zwergschnauzers als verkleinerte Form des großen Verwandten vorstellte. Zur Ordnung, die der Klub schuf, gehörte auch eine Abgrenzung: Bis 1896 zählte der Affenpinscher offiziell zu den Zwergpinschern, sauber geschieden wurden beide erst jetzt. Weihnachten 1902 erschien das erste Zuchtbuch mit 453 eingetragenen Hunden.
In genau diese Jahre fallen die beiden Beschreibungen oben, und sie zeigen, wie unfertig die Sache trotzdem war. 1902 steht der Name Zwergschnauzer bei Ilgner als Nebenform neben zwei anderen. 1905 führt Strebel den Hund noch unter rauhhaarigem Zwergpinscher; die Trennung vom Affenpinscher ist bei ihm vollzogen, er behandelt ihn in einem eigenen Abschnitt und warnt im selben Atemzug vor der Einkreuzung. Zur Einteilung der kleinen Rauhhaarigen hält er fest, es werde „wohl nicht mehr lange dauern“, bis sie kommt (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 1, 1905, S. 91).
1907 kam der Schnauzerklub München dazu, 1910 war der Name Zwergschnauzer nach Angaben des VDH offiziell, 1918 schlossen sich beide Klubs zum Pinscher-Schnauzer-Verband zusammen, und 1921 erhielt er den Namen, den er bis heute trägt; im selben Jahr endete Bertas Zeit als Erster Vorsitzender. Der heutige FCI-Standard ist am 6. März 2007 veröffentlicht worden. Er nennt als Ursprungsgeschichte einen „Schnauzerzwerg aus dem Raume Frankfurt/M.“, der um die Jahrhundertwende seinen Weg machte, damals noch als rauhhaariger Zwergpinscher bezeichnet.
Ursprüngliche Verwendung und Entwicklung
Die Arbeit, die man dem Zwergschnauzer gern zuschreibt, ist die Arbeit seines großen Verwandten. Der rauhhaarige Pinscher war Stall- und Hofhund. Ilgner beschreibt ihn 1902 dabei, wie er Ratten und Mäuse „in ihren Schlupfwinkeln, in Stall, Keller, Scheune“ aufsucht, und er beschreibt ihn auf seinem Wachposten: bei gutem Wetter im Hof, bei schlechtem Wetter und nachts auf einem Lager im Hausflur, „um von hier aus alles überwachen zu können“ (Ilgner, Gebrauchs- und Luxushunde, 1902, S. 131). Der Züchter Kohn-Ravensburg, den Strebel zu Wort kommen lässt, ergänzt das Bild um die Straße: Fahrende Boten und Händler, die mit Fuhrwerken von Stadt zu Stadt zogen, nahmen ihn mit, weil sein dichtes Haarkleid ihn zum Wachdienst am Wagen auch in der kalten Jahreszeit befähigte (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 1, 1905, S. 85).
Für den kleinen Schlag ist eine solche Aufgabe in den zeitgenössischen Werken nicht überliefert. Ilgner nennt ihn zwar auch Zwergrattler, gibt ihm aber keinen Beruf, sondern stellt ihn zu den kleinen Luxushunden. Strebel misst die Zwerge an der Frage, welche Größe „noch zum Begleithund taugt“ (Strebel, Die deutschen Hunde, Band 1, 1905, S. 90). Der Zwergschnauzer ist also von Beginn an als Hausgenosse gezüchtet worden, und er hat vom großen Schnauzer das Aussehen und die Anlagen geerbt, nicht dessen Arbeitsplatz. Der FCI-Standard beschreibt ihn bis heute als Haus- und Begleithund und schreibt ihm im selben Satz Wachsamkeit zu.
Was diese Rasse heute prägt
Was bei diesem Hund weiterwirkt, ist die Aufmerksamkeit. Er nimmt Veränderungen früh wahr und zeigt das auch: ein Schritt im Treppenhaus, ein Wagen, der vor dem Haus hält, ein Fremder am Zaun. Der FCI-Standard führt Klugheit, Unerschrockenheit, Ausdauer und Wachsamkeit ausdrücklich als die Züge auf, die ihn zum Haus-, Wach- und Begleithund machen, und er hält fest, dass diese Wesenszüge denen des Schnauzers entsprechen, geprägt durch Temperament und Gebaren eines Kleinhundes.
Die Unerschrockenheit ist dabei der Teil, den man leicht übersieht. Sie gehört zum Erbe des großen Schnauzers, der beim Aufsuchen des Ungeziefers in die Enge ging und dort standhielt, und sie ist mit dem Typ in den kleinen Schlag gekommen, ohne sich an dessen Format anzupassen. Dazu kommen Klugheit und Ausdauer: Er lernt schnell, auch das, was er nicht lernen soll, und er ist nicht nach zwanzig Minuten fertig. Ein Hund dieser Rasse, dessen Kopf nichts zu tun hat, sucht sich eine Zuständigkeit, und meistens findet er sie an der Grundstücksgrenze.
Was Hundehalter heute erwarten, und woran sie sich reiben
Gesucht wird oft der handliche Hund für die Wohnung. Er passt ins Auto, er passt in den Aufzug, er haart wenig, und der Standard selbst sagt, dass er auch in einer kleinen Wohnung problemlos gehalten werden kann. Der Satz stimmt, aber er beschreibt eine Möglichkeit und keine Anspruchslosigkeit. Wer das Format für das Programm hält, bekommt einen vollständigen Wachhund in einem kleinen Körper.
Die Reibung, die zuerst auftritt, entsteht am Melden. Ein Zwergschnauzer hat eine niedrige Reizschwelle, er reagiert früh und deutlich, und in einem Mehrfamilienhaus mit sechs Parteien gibt es sehr viel, worauf man früh reagieren kann. Was der Standard als Wachsamkeit lobt, heißt im Hausflur Dauerbellen. Wer eine ruhige Wohnungslage gesucht hat, findet sich in einem Alltag wieder, in dem jeder Schritt auf der Treppe angesagt wird. Warum sich zwei gleich wachsame Hunde im Alltag völlig verschieden anfühlen und weshalb Melden nicht dasselbe ist wie Aggression, behandelt das Sachthema Wachverhalten.
Zwei weitere Erwartungen gehen regelmäßig nicht auf, und beide kosten weniger Nerven als Planung. Das Fell sieht pflegeleicht aus und ist es nicht. Und der kleine Hund, der am Tisch überall etwas abbekommt, ist bei dieser Rasse keine Nebensache, sondern ein Gesundheitsthema.
Anforderungen, die diese Rasse stellt
Zuerst kostet dieser Hund Zeit für sein Fell. Mehrmals im Jahr muss es fachgerecht getrimmt werden, dazwischen wird regelmäßig gebürstet. Vor allem Bart und Beinhaare bringen von Spaziergängen schnell Schmutz, Kletten oder kleine Zweige mit nach Hause und brauchen deshalb etwas Aufmerksamkeit. Wer das Trimmen nicht selbst übernimmt, muss dafür regelmäßige Termine und entsprechende Kosten einplanen.
Zweitens braucht der Zwergschnauzer eine Aufgabe für den Kopf. Das geerbte Absuchen enger, unübersichtlicher Stellen, von dem oben die Rede war, wird in einem Wohnungsalltag kaum gebraucht. Beim Apportieren kommt es zum Einsatz, und zwar so, dass der Hund die Sache nicht allein zu Ende bringt. Welche weiteren Aufgaben zu einem Hund mit dieser Aufmerksamkeit passen, behandelt das Sachthema Wachverhalten.
Drittens gehört auch das Futter in die Planung. Der Fettstoffwechsel ist beim Zwergschnauzer ein wichtiges Gesundheitsthema und hängt unmittelbar damit zusammen, was regelmäßig im Napf und zusätzlich nebenbei gefüttert wird. Ein Haushalt, in dem mehrere Personen dem kleinen Hund immer wieder etwas zustecken, ist deshalb eher ungünstig. Hinzu kommen die üblichen Anforderungen an das Zusammenleben: klare Regeln von Anfang an, ausreichend Zeit für die Gewöhnung an unterschiedliche Alltagssituationen und ein Umfeld, das seine Wachsamkeit weder unterdrücken will noch sich ständig daran stört.
Gesundheit im Blick
Der Zwergschnauzer ist eine langlebige Rasse. Der Median seines Überlebensalters beträgt 13,3 Jahre; das ist der Wert aus der bislang umfangreichsten Erhebung an britischen Hunden, und er liegt über dem, was dort für Mischlinge steht. Für einen kleinen Hund ist das ein guter, kein außergewöhnlicher Wert; kleine Rassen werden im Schnitt älter als große.
Das zentrale Thema ist der Fettstoffwechsel. Erhöhte Blutfettwerte kommen bei dieser Rasse deutlich häufiger vor als bei anderen, und sie nehmen mit dem Alter zu. Daran hängt die Bauchspeicheldrüse: Hunde dieser Rasse mit einer Entzündung in der Vorgeschichte haben auffällig oft erhöhte Triglyzeride. Ein zweites Feld sind Harnsteine, vor allem solche aus Kalziumoxalat. Dazu kommen Augenerkrankungen, für die es Zuchtuntersuchungen gibt, sowie Schilddrüsenunterfunktion und Zuckerkrankheit, die in der Fachliteratur als Rassedispositionen geführt werden, ohne dass für sie rassespezifische Häufigkeiten in unabhängigen Praxisdaten vorliegen. Die Zahlen dazu stehen im nächsten Abschnitt.
Zahlen und Studien zur Gesundheit
Lebenserwartung. Die bislang größte Auswertung britischer Hundedaten führt den Zwergschnauzer mit einem medianen Überlebensalter von 13,3 Jahren, Vertrauensbereich 13,2 bis 13,5. Grundlage sind 9670 Tiere, von denen 1977 gestorben waren.[1] Der Vergleichswert der Mischlinge in derselben Auswertung liegt bei 12,0 Jahren. Nicht zu verwechseln ist das mit dem medianen Sterbealter aus einer Praxisstichprobe, das für die Rasse bei 11,6 Jahren liegt.[2] Das sind zwei verschiedene Maße, keine widersprüchlichen Werte.
Blutfettwerte. In einer Untersuchung an gesunden Zwergschnauzern lagen 63 von 192 Tieren, also 32,8 Prozent, mit ihren Triglyzeriden über dem Referenzbereich. Bei den Kontrollhunden anderer Rassen waren es 2 von 38, also 5,3 Prozent. Häufigkeit und Ausmaß nahmen mit dem Alter deutlich zu.[3] Die Untersuchung stammt aus einer amerikanischen Klinikpopulation, die Übertragung auf den deutschen Bestand ist deshalb eine Näherung.
Bauchspeicheldrüse. Eine Fall-Kontroll-Untersuchung verglich 17 Zwergschnauzer mit einer wahrscheinlichen Pankreatitis in der Vorgeschichte mit 34 Kontrolltieren derselben Rasse. Erhöhte Triglyzeride fanden sich bei 71 Prozent der vorbelasteten und bei 33 Prozent der Kontrolltiere; die Chance dafür lag rund fünfmal höher (Odds Ratio 5,02, Vertrauensbereich 1,4 bis 17,8).[4] Die Fallzahl ist klein, die Richtung deckt sich mit der Datenlage zum Fettstoffwechsel.
Harnsteine. In einer Reihenuntersuchung mit Röntgenaufnahmen zeigten 14 von 65 Zwergschnauzern, also 22 Prozent, Steine in den oberen Harnwegen. Bei den Mischlingen der Vergleichsgruppe waren es 4 von 68, also 6 Prozent.[5] Auch hier ist die Fallzahl klein, und die Tiere stammten aus einer für Kalziumoxalatsteine vorausgewählten Gruppe von Rassen. Ein Bevölkerungsschnitt ist das nicht.
Gemeldet und gemessen. Eine Übersicht über zweihundert Rassen zählt für den Zwergschnauzer 44 in der Literatur gemeldete Rassedispositionen, darunter primäre Hyperlipidämie, Schilddrüsenunterfunktion, Zuckerkrankheit und portosystemischer Shunt. In den Akten von 3857 Zwergschnauzern aus britischen Erstversorgerpraxen standen dagegen ganz andere Diagnosen oben: Parodontalerkrankung 17,4 Prozent, Übergewicht 8,3 Prozent, verstopfte Analbeutel 5,8 Prozent.[2] Was als rassetypisch gilt, ist damit nicht das, was den Tierarztbesuch auslöst.
Quellen: [1] McMillan und andere (2024), Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports, Supplementary Table S3 (Volltext frei). [2] O’Neill und andere (2019), Miniature Schnauzers under primary veterinary care in the UK in 2013: demography, mortality and disorders, Canine Genetics and Epidemiology 6:1 (Volltext frei). [3] Xenoulis und andere (2007), Investigation of hypertriglyceridemia in healthy Miniature Schnauzers, Journal of Veterinary Internal Medicine 21(6), S. 1224 bis 1230 (Zusammenfassung frei). [4] Xenoulis und andere (2011), Serum triglyceride concentrations in Miniature Schnauzers with and without a history of probable pancreatitis, Journal of Veterinary Internal Medicine 25(1), S. 20 bis 25 (Zusammenfassung frei). [5] Hoelmer und andere (2022), Prevalence and predictors of radiographically apparent upper urinary tract urolithiasis in eight dog breeds predisposed to calcium oxalate urolithiasis and mixed breed dogs, Veterinary Sciences 9(6), 283 (Volltext frei).
Die Methode bei dieser Rasse
Es gibt einen Rat, den Halter kleiner Hunde ständig hören: Nimm ihn hoch, dann ist die Sache erledigt. Beim Zwergschnauzer kann genau das der Moment sein, in dem sich das Problem verstärkt.
Die Szene ist ein schmaler Gehweg, ein großer Hund kommt entgegen, ausweichen geht nicht. Der Zwergschnauzer hat die Situation oft schon eingeschätzt, bevor sein Mensch überhaupt reagiert, und geht nach vorn. Das ist nicht einfach eine Unart, sondern passt zu der Anlage aus dem Abschnitt oben: Der große Schnauzer war in der Enge darauf angewiesen, selbst zu entscheiden und nicht einfach auszuweichen, und der Zwergschnauzer hat diesen Zug mitbekommen. Weil er klein und leicht ist, kann sein Mensch ihn in diesem Augenblick problemlos hochnehmen und damit aus der Situation entfernen. Nur kann genau das seine Einschätzung bestätigen: Der Hund hat gemeldet, dass etwas Ernstes kommt, und erlebt anschließend, dass sein Mensch ihn tatsächlich in Sicherheit bringt.
Die Leine ist hier das eigentliche Werkzeug, allerdings nicht als Bremse. Bei einem Hund dieses Gewichts kann der Mensch körperlich jederzeit die Kontrolle übernehmen. Damit ist die Situation zwar schnell beendet, aber der Hund lernt noch nicht, wie er sich bei der nächsten Begegnung verhalten soll. Das Leinenkonzept setzt deshalb früher an: Der Zwergschnauzer bekommt bereits eine klare Rückmeldung, während er noch ansprechbar und der andere Hund noch einige Meter entfernt ist. So wird nicht erst eingegriffen, wenn die Begegnung bereits eskaliert, sondern schon im Anmarsch Einfluss auf sein Verhalten genommen.
Der Aufbau einer solchen Leinenführung steht in den Büchern und Onlinekursen von Anton Fichtlmeier, siehe Empfehlung.
Kurz zusammengefasst
- Der Zwergschnauzer ist als verkleinertes Abbild des Schnauzers gezüchtet worden, nicht als kleiner Arbeitshund mit eigenem Beruf. Die Stallarbeit gehört seinem großen Verwandten.
- Strebel warnte 1905 vor zu kleinen Zwergen, der heutige Standard folgt ihm: verkleinertes Abbild, aber ohne die Mängel zwerghafter Erscheinungen.
- Wachsamkeit und Unerschrockenheit sind Zuchtziel und stehen im Standard. Wer sie nicht einplant, bekommt sie an Tür, Zaun und Gehweg trotzdem.
- Das Fell ist ein fester Posten im Jahr, an Zeit wie an Kosten.
- Gesundheitlich ist die Rasse langlebig, das zentrale Thema ist der Fettstoffwechsel mit seinen Folgen für die Bauchspeicheldrüse. Dazu kommen Harnsteine.
Empfehlung
Für die Erziehung und Ausbildung des Zwergschnauzers passen folgende Angebote von Anton Fichtlmeier:
Bücher: Grunderziehung für Welpen, Der Hund an der Leine und Suchen und Apportieren.
Onlinekurse:
Weiterführende Informationen zur Fichtlmeier-Methode, zu Büchern, Seminaren und lizenzierten Hundeschulen findest du auf fichtlmeier.de.
Mitreden
Das Reel zu dieser Rasse findest du auf Instagram. Wenn du Fragen hast oder eigene Erfahrungen gemacht hast, diskutier dort mit.
Belege und Quellen
Zeitgenössische Quelle, Ilgner 1902
Emil Ilgner, „Gebrauchs- und Luxushunde“, Creutz’sche Verlagsbuchhandlung, Magdeburg 1902, S. 131 bis 133 und S. 147. Alle Zitate und Seitenzahlen wurden am 30. August 2026 am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei, ein freies Digitalisat gibt es nicht. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Zeitgenössische Quelle, Strebel 1905
Richard Strebel, „Die deutschen Hunde und ihre Abstammung“, Kern & Birner, Frankfurt am Main 1905, Band 1, S. 85 sowie S. 89 bis 91. Am 30. August 2026 am Originalscan gegengelesen. Gemeinfrei. Vollständige Angabe siehe Quellen.
Historische Abbildung
Federzeichnung Richard Strebels auf S. 91 des ersten Bandes. Sie trägt keine gedruckte Bildunterschrift; den abgebildeten Hund nennt Strebel im Fließtext derselben Seite.
Steckbriefdaten
FCI-Rassestandard Nr. 183, Fassung vom 6. März 2007, deutsche Originalfassung. Gruppe, Sektion, Widerristhöhe, Gewicht, Haarkleid und Farben stammen direkt daraus. Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den durchschnittlichen Hund, reale Tiere weichen je nach Linie ab.
Wesen und Erscheinungsbild im Standard
FCI-Rassestandard Nr. 183, Abschnitte Allgemeines Erscheinungsbild, Verhalten und Charakter sowie Kurzer geschichtlicher Abriss. Daher stammen der Wortlaut „ohne die Mängel zwerghafter Erscheinungen“, die Aufzählung Klugheit, Unerschrockenheit, Ausdauer und Wachsamkeit, der Satz zur kleinen Wohnung und der Schnauzerzwerg aus dem Raume Frankfurt am Main.
Vereins- und Rassegeschichte
Sammelbeleg für den Abschnitt „Die Entstehung der Rasse“: VDH, Rasse des Monats, Pinscher und Schnauzer (Berichtsangabe). Von dort stammen das Standardjahr 1880, die beiden Gründungsdaten 1895, die Angabe zum Affenpinscher bis 1896, das erste Zuchtbuch von 1902, das Jahr 1910, die Zusammenlegung 1918, die Umbenennung 1921 samt Bertas Amtszeit und seine Vorstellung vom Zwergschnauzer als verkleinerter Form.
Gesundheitszahlen
stehen unter „Zahlen und Studien zur Gesundheit“ weiter oben.
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